Eingeknickt. Die Deutsche Welle und die Faschisten in Brasilien.

Eingeknickt. Die Deutsche Welle und die Faschisten in Brasilien.

Ich erwarte, dass die Deutsche Welle zu einem schnellen, grundlegenden Klärungsverfahren schreitet, das verhindert, einen solchen bodenlosen Blödsinn zu wiederholen, und ich erwarte, dass Joao Paulo Cuenca umgehend wieder für die DW arbeiten kann. Umgehend!
Die Zivilgesellschaft in Deutschland, die Organisationen, die für die Pressefreiheit eintreten, die dju, der DJV, Reporter ohne Grenzen, der PEN, der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di können und werden nicht dabeistehen, wenn der deutsche Auslandssender vor den Schreihälsen des regierenden brasilianischen Faschisten einbricht. Das Bild, dass die Deutsche Welle hier abgibt ist verheerend. Wie sollen sich Dissidenten im Ausland auf die deutsche Demokratie verlassen können, wenn sich der Sender, der die hiesige Kultur maßgeblich im Ausland darstellen soll als wankelmütig und schwach darstellt.

Heise schreibt dazu:

„Deutsche Welle feuert Schriftsteller J.P. Cuenc

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Ploog ist nicht tot. Basta!

Ploog ist nicht tot. Basta!

Jetzt ist der Ploog tot. Mit 85. Ich mein, da darf man sterben, ohne dass es ein lautes Geheul gibt. Ein leises, ja das schon.
Das Problem ist ja auch nicht, dass er mit 85 gestorben ist. Das Problem ist, dass jemand wie er, oder wie ich, überhaupt altern. Ich habe keine Ahnung, wie er das gehalten hat. Aber ich habe mit 16 aufgehört zu altern. Mein Körper verweigert sich jedoch dem strikten Befehl des Geistes. Ein Arschloch.
Wahrscheinlich war das bei Ploog auch so. Vielleicht auch mit 16, vielleicht mit 35. Irgendwann hat er aufgehört. Da bin ich mir sicher. Aber sein Körper war auch ein Arschlo
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Mit Kühle auf die Geschichte blicken

Mit Kühle auf die Geschichte blicken

Es täte, dreißig Jahre nach dem Ende der sogenannten sozialistischen Staaten der Linken insgesamt gut, wenn sie sich von Begrifflichkeiten entwöhnen würde, die im historischen Rückblick mit gepanschten Inhalten befüllt wurden, denn deren Mogelpackungsimage ist durch keine PR-Maßnahme zu verbessern.

Die gesellschaftsanalytische Linke sollte sich von der nostalgischen Rückbesinnung auf Zeiten lösen, die gar nicht so waren, wie man sie sich herbei halluziniert, insbesondere dann, wenn diese Linke sich direkt auf Marx bezieht. Man kann nicht mit dem dialektischen Rüstzeug, das ja das Werkzeug Marxens und Engels war, umherziehen und gleichzeitig einer Sage huldigen. Das widerspricht sich. Es gibt kein Heil aus einer glorifizierten Vergangenheit heraus, weil das dem Wesen der Welt widerspricht. Der Blick mancher Linker entspricht dem Blick rückwärtsgewandter Deutscher auf die Königspfalz in Aachen. Verherrlichung ist die Dummheit der Verzweiflung. Wer heute gegen die E

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Bazon Brock hat recht!

Bazon Brock hat recht!

Bazon Brock hat meiner Meinung nach weitgehend recht. Es wird in der Tat nicht viel an Änderung wirksam werden nach der Pandemie. All die Ideen von Vereinzelung, von einem exponentiellen Anwachsen virtueller Beziehungslinien (Kommunikation, Information usw.), halte ich für spielerische Szenarien, die so real sind wie früher die Häuschen und Gleise auf der Modelleisenbahnplatte. Dort, wo diese Ideen des Virtuellen mit Macht postuliert werden, handelt es sich vermutlich wirklich um Reklame.
Auch wird es kein Überdenken der Weltlage (Welt, das sei angemerkt, ist jener Raum, den der Mensch einnimmt, und zwar im Wirken, als auch in Erkenntnis und dialektischem Verhältnis). Weder wird durch die globale Epidemie die Klimakatastrophe aufgehalten, noch wird der Kapitalismus gezähmt werden. Denn das eine, die im Verhältnis zur Pandemie viel schlimmere Klimakatastrophe, entstammt ja im Wesentlichen dem anderen (dem Kapitalismus). Und der ist nicht zähmbar. Er ist regelbar bis zu

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Gedicht von den Ruinen

Gedicht von den Ruinen

Jetzt stehen wir also in den Ruinen herum
und sollen so tun, als wären es Schlösser.
Uns fehlen hunderttausend
Krankenpfleger und Polizistinnen,
Feuerwehrfrauen und Altenpfleger.
Wir hätten ein stabiles Gesundheitssystem
sagen Minister.
Und rufen die Bundeswehr zur Hilfe.
Überall stehen die Kaiser herum
und zeigen ihre neuen Kleider her
als gäbe es gar keinen Paragraphen
gegen Exhibitionismus.
Wer lang hat, der lässt lang hängen.
Hier zieht jeder den Kürzeren.
Die einzigen Ergüsse sind Zukunftsversprechen.
Altachtundsechziger singen den Linken Marsch
und marschieren den Altbauflur rauf und runter.
Was soll man machen,
wenn es nicht genug Beatmungsgeräte gibt.
Drin bleiben. Wer ausgeht geht aus
vielleicht. In Straßburg
dämmern die Achtzigjährigen Siechen hinüber
voll

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Als sich der Palast der EU als Ruine entpuppte

Als sich der Palast der EU als Ruine entpuppte

Noch liegen natürlich nicht alle Informationen vor, aber für mich sieht es danach aus, als würde die EU zu Ende sein. Das wäre eine Katastrophe. Andererseits ist ein Laden nichts wert, der sein Inventar verscherbelt hat und hinterher feststellt, dass er nun auf den Goodwill der örtlichen Mafiafamilien angewiesen ist.
Wenn diese Krise eines lehrt, dann, dass Energieversorgung, Eisenbahnen, das Gesundheitswesen sofort und ohne Verzögerung wieder in öffentiche Hand gehört. Es kann doch nicht sein, dass das zweit bevölkerungsreiche Imperium nicht in der Lage ist, genug Ärzt:innen, Krankenpflegepersonal, Betten, Krankenhäuser, Arzneimittel, Schutzkleidung, Fahrzeuge zur Verfügung zu haben, weil alles auf Profitteufel komm raus an private Unternehmer verscheuert worden ist.
In Spanien und Italien braucht man cubanische Ärzt:innen um der Lage He

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Virus, Verschwörung, Panik, Pandemie

Virus, Verschwörung, Panik, Pandemie

Diese Pandemie ist eine Zäsur. In vielerlei Hinsicht. Nicht nur, dass weltweit die Hälfte der Schüler zu Hause sind, wie die Tagesschau von heute berichtet, nicht nur dass in vielen Ländern milde Formen von Ausgangssperre drohen (und in manchen vielleicht auch politisch genutzte harte), nein, diese Krise ist auch ein Zäsur, die uns ein Stücken Welt zeigt, die wir schon vergessen hatten. In den Kanälen Venedigs ist das Wasser klar, Delphine schwimmen in der Buch, in chinesischen Städten geht die Luftverschmutzung zurück – und das stark. Alles wirkt entschleunigt. Alles wirkt aber auch verängstigt, unsicher, ja, panisch hie und da.
Der Stillstand, der viele Wirtschaftsbereiche trifft – von der Automobilindustrie bis zur Luftfahrt, von der Bahn bis zum Schiffsverkehr – gefährdet die Existenz großer Teile der Weltbevölkerung. Es ist durchaus mit Aufständen zu rechnen. Vielleicht nicht in den wohlhabenden Zentren Europas, vielleicht dort nicht großflächig, wo

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In Vorbereitung

Zum Ende 2022

Die Liebe ist ein reißendes Tier

Liebe und Verlorenheit

“Warten auf Ahab” und seine Fortsetzung. Vollständig überarbeitet. Ein Roman voll Liebe und Liebesleid, Kampf und Hoffnung.