Leander Sukov

Schreiben.

Schleift die Festung Europa!

Posted on | November 10, 2013 | 3 Comments

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

[Unterzeichnen auf Change.org. Klick. Klick.]

Der u.a. von André Heller, Robert Stadlober, Robert Menasse, Max Prosa, Carmen Maja Antoni, Christa Schuenke und natürlich auch von mir unterzeichnete Aufruf für eine neue, humane Flüchtlingspolitik hat in den letzten drei Wochen fast 25.000 Unterstützer finden können. Unter der Webadresse http://www.change.org/de/Petitionen/schleift-die-festung-europa haben viele Menschen aus Deutschland ihre Übereinstimmung mit den Zielen der Erstunterzeichner bekundet. Der Aufruf läuft so lange weiter, bis sich die Europäische Gemeinschaft bereit findet, Regularien zu schaffen, die eine legale Flucht nach Europa möglich macht und das abstruse und sinnlose Dublin-II-Protokoll für obsolet erklärt wird.

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Liebes Gedicht

Posted on | Februar 27, 2015 | No Comments

Liebes Gedicht

Ringelstern, oh Ringelstern
ach im sanften Morgennatz
wie leuchtet uns dein Licht von fern.
Ringelmorgen dunkel noch,
Natzstern dort am Himmelhoch.
Ringel Schöne Du am Morgen
natzig Dich in meinen Arm
sternig warm und fern der Sorgen.

Vergessliches Land

Posted on | Februar 26, 2015 | No Comments

320px-Parthenon_AthenDass ein Land, dem nach all den Zerstörungen und Morden, nach Angriffskrieg und Völkermord, nach all den Scheußlichkeiten, die es begangen hat, und dem die monetären Schulden, in einer Konferenz in London erlassen worden sind, sich gegen den Schuldenerlass zugunsten eines jener Länder sträubt, die es auf grausame Weise besetzt und die es in räuberischer Art und Weise ausgeplündert und beraubt hat, wehrt, ist ein moralisches Verbrechen, ein ethisches Gräuel und eine außenpolitische Tat, die dem störrischen Land schwer auf die Füße fallen kann.
Der ignoranten Nation, der man 1953 die Schulden aus der Zeit seit 1933 gegen eine Zahlung von 13 Milliarden erließ, waren 1931 bereits die Schulden aus dem ersten Weltkrieg in Höhe von 110 Milliarden Dollar erlassen worden. Die Restschulden wurden durch den Zwei-Plus-Vier-Vertrag von 1990 hinfällig.
Dieses Land hatte Griechenland 1943 eine Zwangsanleihe von 476 Millionen Reichsmark abgepresst. Nach heutigen Werten ergibt sich daraus eine Schuld von — je nach Bewertungsart — bis zu 40 Milliarden Euro. Zurückgezahlt wurde die abgenötigte Staatsanleihe nie.
Das Land mit dem schlechten Gedächtnis heißt Deutschland.

Die Brückenbauer

Posted on | Februar 24, 2015 | No Comments

In den vergangenen zwei Tagen hat es, nicht nur im virtuellen Raum, erhebliche Diskussionen um die Gruppe „Bandbreite“ und ihren Rapper „Wojna“ gegeben. Ich habe dazu beigetragen.
Worum geht es mir dabei? Nicht darum, Auftritte zu verhindern. Ich bin im Grundsatz dagegen, dass Künstlern Auftritte verleidet werden. Im Grundsatz bedeutet aber eben nicht, dass es keine Ausnahmen, keine Regeln gar, gibt.
Denn ich bin dagegen, dass homophobe Reggae-Musiker, besonders solche, die in Jamaica zum Mord an Homosexuellen aufrufen, auftreten können, hier, in Deutschland. Ich bin dabei, wenn man das auch in Österreich, Polen oder Italien verhindern will. Denn es muss Grenzen geben. Das wäre eine. Die anderen betreffen Fascho-Rock, nationalsozialistische Liedermacher, Rassisten und so weiter. Aber die Bandbreite … ? Gehört die in diesen Apothekerschrank mit den vielen, notwendigen Schubladen?
Nein. Aber vielleicht schon ins Schränkchen daneben, in dem die wohnen, bei denen ich überhaupt nichts dagegen habe, dass sie eine Öffentlichkeit bekommen. Ich würde Wojnas Recht auf Rap ebenso verteidigen, wie das Recht Dieter Nuhrs eine absonderliche Art von Satire zu betreiben. Gleichwohl darf ich dagegen sein, gegen die Funktionen, gegen die Texte, gegen die Zielgruppe, gegen das Aufstoßen von Türen.
Nein, ich habe nichts dagegen, dass die BANDBREITE auf der Sonderveranstaltung „G7 mach Frieden“ in Lübeck spielen wird. Mich stört, dass man sie nicht allein lässt. Mich stört nicht die Gruppe, sondern dass da welche mit ihr auftreten, die eben gar nichts inhaltlich mit ihr zu tun haben. Mich kommt das an, als würden die Ärzte ein Konzert mit den Böhsen Onkelz geben oder Billy Bragg mit Ted Nugent.
Natürlich ist die BANDBREITE keine originär rechtsradikale Band. Sie ist aber eine Gruppe, die jene Brückenschläge nach rechts möglich macht, welche zu wünschen ein gefährlicher Wunsch ist. Wenn Wojna gleich nach einem Redner spricht, der auf der Endgame-Veranstaltung in Halle mehrfach das Bestehen von Rassen bei Menschen propagiert, wenn dann einer nach Wojna spricht, der Horst Mahler für einen politischen Gefangenen hält, und der den bekennenden Antisemiten mit chinesischen Dissidenten gleichsetzt, wenn die rechtsradikale Herkunft vieler Ordner klar zu erkennen ist, dann wird die Funktion der BANDBREITE völlig klar. Und die Funktion ist, Unterschiede zu verwischen, Rassisten hoffähig zu machen und die neuen Nazis aus ihrer gesellschaftlichen Isolation zu befreien. Das Thema, der Frieden, dient nur als Vehikel dafür, dieses Ziel zu erreichen.
Wer sich also in Lübeck und anderswo mit der BANDBREITE auf die Bühne stellt, kann tun was er will, solange er dort nicht das Tischtuch zerschneidet und damit vielleicht – zu wünschen wäre es – das Publikum spaltet, er unterstützt die Öffnung nach Rechtsaußen. Das kann niemand wollen.
Und nachdem das Video- und Bildmaterial aus Halle nun zugänglich ist, kann auch niemand mehr eine gewisse Naivität Wojnas als Entschuldigung für die immer, immer wieder fortgesetzten Auftritte bei rechten Veranstaltungen anführen.
Auftreten können sie wo sie wollen. Aber wer sie auftreten lässt, wer mit ihnen auftritt, der steht in Gefahr zu befördern, was er – möglicherweise – nicht befördern will: Den völkischen, den rechten Schulterschluss.

 Youtube Video Endgame Halle Teil 1

Youtube Video Endgame Halle Teil 2

Abendspaziergang in Leipzig

Posted on | Februar 24, 2015 | No Comments

Wenn er neben den anderen
durch Leipzig geht
dann trägt er im Geiste
eine weiße Uniform
und schlägt die Welschen.
Er sieht sich als polnischen Reiter
mir weißen Flügeln
und alle Türken fliehen.
Zu Haus die Drucke.
Caspar David Friedrich.
Andreas Hofer in Öl.
Hat er sich mitgebracht aus Tirol.
Seinen Goethe kennt er.
Seinen Arndt auch.
Eisen muss wieder wachsen.
Zurück zum alten Fritz,
zu Bismarck. Wie es wohl war.
Auf den Düppelnern Schanzen?
Vor Stalingrad.
Natürlich war der Krieg falsch.
Das muss man sagen.
Agnes Miegel hat Oma ihm vorgelesen.
Dass er sich jetzt daran erinnert.
Lügenpresse, Lügenpresse ruft es.
Und er fällt ein. Brüllt mit.
Der Gott, der Eisen wachsen ließ …
Historisch ist das hier.
Man muss aufpassen, ob Schüler unter den
Gegendemonstranten sind.
Er will keine Diskussionen in der Schule.
Hier auf seiner Seite hätte er sie gern.
Die Schüler.
Da könnte er sich fühlen wie sich
Turnvater Jahn gefühlt haben mag.
Auch wenn er Deutsch und Sozialkunde
unterrichtet.
Das Abendland. Die Türken vor Wien.
Die Welschen geschlagen vor Leipzig.
Sein Deutschland.
Die Wälder, das Mittelgebirge.
Schweinshaxe, Leipziger Flecken,
die vielen Brotsorten.
Da ist er stolz auf sein Land.
Und beinahe ruft es aus ihm
DAS DEUTSCHE REICH ES LEBE HOCH
Aber er mäßigt sich.
Noch ist es nicht so weit.
In Gedanken singt er einen Marsch.
Es zittern die morschen …

Die Lieder der Toten

Posted on | Februar 23, 2015 | No Comments

Und eine Stimme singt
mit wohlbekanntem Groove.
Das ist der Groove des Todes.
Da zwischen den Tönen, die sich
in Dein Herz bohren,
wie die von Amy Winehouse
oder Jim Morrisson
wie von Sid Vicious
oder Janis Joplin,
da zwischen den Tönen,
klingt es nach Einsamkeiten
und nach Geborgenheit im Nichts.
Da klingt es nach verlorenen Nächten
und verfallenen Tagen.
Du ziehst den Klang
über dich, den Sound der Stille,
wie ein Kind die Bettdecke
wenn es sich fürchtet.
Du siehst den Tod auf der Bühne,
Du siehst ihn im Studio,
er fliegt zu Dir durchs Netz.
Er ist in Deinem Kopf.
Er bedeutet, dass Du alle Lieder kaufen
können wirst. Alle Lieder dieser Stimme.
Weil das Singen ein Ende hat.
Keines brauchst Du zu vermissen.
Die Stimme stirbt vor Dir.
Und lebt doch weiter.
Und das Lied wärmt dich.
Es bedeckt Dich,
schützt Dich vor der Welt.
Und Du wartest auf die Nachrichten,
Dir den Tod der Stimme verkünden.
Hörst alle Lieder dann. Eine Decke aus Liebe.

Unfall

Posted on | Februar 13, 2015 | No Comments

Der Mann um die Vierzig, eingeklemmt hinter dem Lenkrad, der Mann mit dem eingedrückten Brustkorb fühlte keine  Schmerzen; er hatte sich mit Leichtigkeit vom Boden erhoben, ohne Anstrengung, und nun schwebte er in der Schwärze des Alls, schwebte mit ungeheurer Geschwindigkeit fort von der Galaxie, den Blick nach vorn gerichtet, bis nur noch Schwärze um ihn war, was er nicht verstand, denn fern wenigstens, wenigstens fern, musste es Sternenhaufen geben, wohin er aber immer blickte, nichts war da außer ihm und dem Schwarz, bis zu jenem Moment, in dem auch er sich auflöste,  sein Gedanke aber blieb, den die Schwärze nun dachte wie sie all die anderen Gedanken auch dachte, und sie dachte sich eine Leere, in unzähligen Variationen eine Leere, vollkommen und — schwarz.

Peter Abraham verstorben

Posted on | Februar 9, 2015 | No Comments

peter-abrahamPeter Abraham ist tot. Der Jugend- und Kinderbuchautor, der seine großen, millionenfach gedruckten Erfolge in der DDR feierte, starb am 6. Februar im Alter von 79 Jahren in Potsdam.

Die Jugendbücher „Das Schulgespenst“, der Roman „Die Schüsse auf der Arche Noah“ und „Rotfuchs und andere Leute“ wurden in viele Sprachen übersetzt und erreichen Auflagezahlen von mehreren Millionen Exemplaren.
Nach der Wende veröffentlichte Abraham im Kulturmaschinen-Verlag das Buch „Kuckucksbrut“, einen Roman mit autobiographischen Zügen. Das Buch war zur Wende bereits gedruckt, wurde dann jedoch zusammen mit mehreren Tausend anderen Titeln der DDR-Literatur auf eine Müllhalde geworfen. Drei Jahre vor seinem Tod erschien die Autobiographie der frühen Jahre „Als ich das Spielen verlernte“.

Peter Abrahams Vater, ein Passfälscher, der mit seiner Kunst falsche Papiere herzustellen während des Naziregimes Juden zur Flucht verhalf, war ein kalter Mann. Peter Abraham wuchs in Kinderheimen der DDR auf. Kurz vor Kriegsende hatte man ihn nach Ostpreußen verschickt, wo er hinter die Front geriet, von einer russischen Brigade gerettet und in ein katholisches polnisches Kinderheim gebracht wurde. Von dort aus marschierte der neunjährige Peter allein zurück nach Berlin.

Mehr als 30 Bücher hat er geschrieben, sieben Filme sind nach seinen Vorlagen gedreht worden.

Es wird das Bestreben der Familie, der Freunde und Fans und natürlich des Verlages sein, dass der Name dieses großen Autors nicht verloren geht.

Ernst Jünger ist auch wieder da.

Posted on | Februar 6, 2015 | 1 Comment

220px-MQ-9_Reaper_in_flight_(2007)

Ernst Jünger ist auch wieder da.
Rief vorhin an.
Du bist tot, sagte ich.
Ich weiß, antwortete er.
Er wolle sich aber nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten.
Er hätte davon gehört, ich sei für die Philosophie zuständig
beim Verlag. Er hätte da was in Arbeit.
Grabfrisch. Mit kaltem Herzen und kalter Hand geschrieben.
Knochentrocken. Und trotzdem romantisch.
Wie Friedhöfe. Stahlvögel. Stahlvögel solle das heißen.
Wegen der Technik. Wunderbare Sache.
Manchmal würden er und die anderen
– ich traute mich nicht zu fragen, wer die sind,
dachte spontan aber an Heidegger —
eine Weile mit den Drohnen durch die Lüfte gleiten,
astralleibig, geil auf die Flammenpilze und die
durch die Luft gewirbelten Leichenteile.
Da wäre mehr los, als auf allen Friedhöfen zusammen,
das ließe hoffen. Stahlvögel fliegen durch Stahlgewitter.
Voll Schönheit, die Kriege. Jedenfalls für die Toten.
Ich lehnte das Projekt ab. Und erwachte.
Ich wusste: Geträumt hatte ich nicht

Die Augen meines Mannes

Posted on | Februar 5, 2015 | No Comments

Die Stadt aus der ich komme ist nicht mehr
Die Raben fraßen meines Mannes Augen
Die bunten lauten Clubs zerbombt
In ruinierter Stadt nun Stille
Die Wüsten brannten alle Tage
Das Meer verweigerte sich uns

Die Stadt aus der ich komme ist nicht mehr
In euren Städten friert es mich
Aus euren Mündern Sturm aus kalten Worten
Mein Sprechen immer nur ein Wispern
Hörst du das Flüstern aus den Zimmern
Von uns spricht keiner laut

Die Raben fraßen meines Mannes Augen
und Vieler Augen ach so Vieler
Da bleibt ein Wispern nur
Die Eltern denen man die Töchter stahl
Die Jungen die man zwang zu töten
Sie sprechen verhalten

Und hier ist Kälte nur
Die Stadt aus der ich komme ist nicht mehr
Die Raben fraßen meines Mannes Augen

Büchervernichtung in Berlin?

Posted on | Februar 5, 2015 | No Comments

Ein PDF über das verheerende Berliner Bibliothekskonzenpt Eine Studie

Unter dem obigen Link befindet sich eine Studie zu einigen Aspekten der Reduktion des Bibliothekswesens in Berlin.

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