Leander Sukov

Schreiben.

Der Führer der Freien Welt spricht

Posted on | März 1, 2017 | No Comments

Ich habe gestern Nacht große Teile der Rede Trumps vor dem Repräsentantenhaus in Washington gesehen. Ich kann nicht verstehen, dass die Kollegen aus den Politikressorts der großen Tageszeitungen ihren Fokus nicht auf die beiden Ankerpunkte diese Rede richten. Der eine ist die ausdrückliche Erwähnung von VOICE (Victims Of Immigration Crime Engagement), einem Institut, das neu geschaffen wurde. Es soll die Opfer von solchen Verbrechen betreuen, die von Immigranten begangen wurden. Damit ist ein propagandistisches Instrument entstanden, das vollständig rassistisch und völkisch ist.
 
Zum anderen gipfelte die Rede in einem wilhelminischen „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch ‚Amerikaner'“-Pathos, der aber schon über diesen dummen Spruch des letzten deutschen Kaisers hinausging und anknüpfte an die Rede Hitlers von 1933, die sogenannte „Friedensrede“, aus der der Krieg schon aufleuchtete.
Trumps Rede war eine Führerrede, die Rede eines, der sich als Heilsbringer und nicht als Politiker sieht, eines, den die Vorsehung dem Volk geschenkt habe. Mit Donald Trump hat das undemokratische Wahlsystem der USA einen Präsidenten hervorgebracht, dem der Krieg als Möglichkeit zum Sieg näher ist, als der Frieden. Wer Trump gewählt hat, hat die Option zum Krieg gewählt. Hoffen wir, dass der Welt erspart bleibt, diese Option gewählt zu sehen.

Aus Cultureglobe: Berkel verhöhnt Börne mit Safranski

Posted on | Februar 21, 2017 | No Comments

Rüdiger Safranski hat den Ludwig-Börne-Preis erhalten, aus der Hand eines Schauspielers, über den ich nicht viel weiß und der bei der Betrachtung auch vollkommen uninteressant ist. Börne hat Safranski nicht verdient. Der reputierliche Börne hat sich zu seinen Lebtagen nichts zuschulden kommen lassen, das diese Verhöhnung seiner Person rechtfertigt. Safranski, das ist, als hätte man Menzel, nicht den unlängst verstorbenen Achim, sondern den schon lang verschiedenen Wolfgang, diesen von Börne zutiefst verachteten, späteren völkischen Nationalisten, zum Träger dieses Preises gemacht. Safranski ist die Verhöhnung des Namensstifters. Es ist eine Frechheit sondersgleichen, diesem gleichfalls zum völkischen Nationalisten verdorbenen Philosophen einen Preis zu teil werden zu lassen, der den Namen eines Mannes trägt, welcher sich in einer Zeit tiefster Feindschaft zwischen den Deutschen und den Franzosen, den Welschen, für die Freundschaft beider Völker eingesetzt hat.
Die Wahl, die der Schauspieler getroffen hat, ist ein bühnenreifes Kümmernis. Sie ist boshaft und in ihrer Zielrichtung der Bestärkung inhumaner und menschenfeindlicher Sichtweisen auf diese Welt in voller Absicht dienlich.
Und da trifft sich der Schauspieler, der sich freut, dass Safranski, dem es vor einer angeblichen Flutung Deutschlands durch Flüchtlinge graut mit Safranski und Menzel. Da trifft sich der Beförderer des Nationalisten Safranski mit dem Nationalisten Menzel.
Mit den 20.000 Euro, die der Preisträger erhält, hätte man lieber einigen notleidenden syrischen Dichtern oder maghrebinischen Bloggern über die Runden helfen können, als einen Preis an jemanden zu vergeben, dessen neueres Werk allem zuwider läuft, was man mit Börne verbinden kann.
Zu retten ist nichts mehr. Es wird halt so hingenommen. Bis in die Verästelungen hinein fehlt es an demokratischen Selbstheilungskräften, die gegen die Vereinnahmung immer größerer Teile des Staates, der Kunst und der Kultur durch revanchistisches, nationalistisches und völkisches Gedankengut erfolgreich vorgehen können.
Es ist ein Grauen und es ist Zeit kraftvoll auf den Tisch zu hauen – und vielleicht nicht nur auf den Tisch.

Simone Barrientos: Rede gegen den Naziaufmarsch in Würzburg

Posted on | Februar 19, 2017 | No Comments

Simone Barrientos‘ Rede auf der Gegendemo gegen den Aufmarsch des III. Weges in Würzburg.

„Es ist unsäglich, dass die Stadt, auch wenn das vor Gericht gescheitert wäre, nicht den Aufmarsch verboten hat. Es ist wichtig, dass die Gesellschaft zeigt: Wir wollen keine neuen Nazis, wir wollen nicht, dass Rassisten, Nationalsozialisten und Menschenfeinde durch unsere Straßen laufen. Nicht in Würzburg und nirgendwo.“

Sehr gefreut haben sich die Teilnehmer über das Grußwort von Eva Bulling-Schröter, MdB, die LINKE.

Unliebesgedicht

Posted on | Februar 10, 2017 | No Comments

Und bist du hier, so bist du fern.
Und gehst du fort, so merkt man’s nicht.
Und wenn du sprichst, so hör ich’s nicht.
Und wenn du schweigst, ist‘ wie dein Sprechen.
Geh, bleib, sprich, schweig.
Ich merke keinen Unterschied.
Mir bist du tonlos, unsichtbar.
Tu was du willst.
Was kümmert’s mich?

Kriegslied

Posted on | Januar 27, 2017 | No Comments

Wie sollen wir das viele Leiden nur ertragen,
die Bilder der kleinen Kinder mit den abgerissnen Beinen,
der Menschen, die in Ruinen um ihre Toten weinen,
was sollen wir denen zu unsrer Schuld nur sagen,
wenn sie nach unsrem Beitrag zu ihrem Leiden fragen,
gekleidet nur ins Totentuch aus grobem Leinen?

Wie sollen wir das viele Leiden nur ertragen,
die Bilder der brennenden, zerbombten Metropolen,
der Toten, schreckenskleine Puppen, schwarz wie Kohlen,
wenn wir dem Einhalt zu gebieten uns nicht wagen,
was ist dann unsre Antwort auf die Klagen,
was gäb es mehr als wegzuschauen ganz verstohlen?

Krieg ist’s, s’ist Krieg. Du kannst begehren
daran gar keine Schuld zu tragen
und kannst Dich winden, kannst Dich wehren
doch ist, was ist, weils leicht ist Nein zu sagen,
doch Nein zu tun und Aufbegehren,
so schwer, dass angstvoll es zu Wenig wagen.

Darling, sie haben doch etwas in das Trinkwasser getan …

Posted on | Januar 25, 2017 | No Comments

Der angehende Autokrat aus Washington greift die Pressefreiheit an. Nun mag man einwenden, auch vorher schon, wie bei den Protesten der Indianer, wären Journalisten festgesetzt worden. Indes kann man mit Fug und Recht davon ausgehen, dass kein Konzept hinter der damaligen Inhaftierung stand, welches die Pressefreiheit als antivölkisches und damit feindliches Ziel ansieht.
Diesen angehenden Autokraten in Washington lügen sich manche Linke zu einem halbwegs brauchbaren Sieger über die Queen of Corruption, Hillary Clinton, um. Aber er ist gar nicht das kleinere Übel. Er stammt aus dem gleichen Horrorkabinett, nämlich jener kleinen Schicht von Menschen die, wie er, entweder die Produktionsmittel beherrschen oder, wie Clinton, sich dafür bezahlen lassen, solchen Menschen willfährig zu sein. Aber was möglicherweise (es bleibt ein Hauch von Hoffnung) den USA innenpolitisch droht, wäre vermutlich (es bleibt ein Wind von Skepsis) unter Clinton nicht passiert. Dass ich ihn außenpolitisch nicht für friedvoller halte, sondern für aggressiver im Rüstungskurs (und vielleicht auch in der Anwendung der Rüstung gegen ungehorsame Konkurrenten auf den Absatzmärkten), sei angemerkt.
Seit der Machtübernahme der nationalistischen und rassistischen Kräfte in den USA ist jeder Tag durch ein schlimmes, ein boshaftes und reaktionäres Dekret bestimmt gewesen. Hunderttausende Frauen sind gegen diesen Präserdenten auf die Straße gegangen – und er hat nicht gezögert, die Abtreibung im Inland, aber auch im Ausland, zu erschweren, in dem er Beratung und Durchführung unter ein Finanzierungsverbot durch staatliche Gelder stellte. Er hat Obama-Care de facto erledigt. Er wird die Pressefreiheit noch weiter einschränken, als sie durch die Monopolisierung des Medienmarktes (Presse, Fernsehen, Radio, Netzpublikationen) sowieso schon ist. Neunzig Prozent aller Medien gehören fünf Konzernen, teilt der Wahlkampfleiter von Jill Stein mit.
Die Frauen, unter ihnen Angela Davis und andere Aktivistinnen afroamerikanischen Widerstands, wurden in einem Kommentar in der Zeitung „junge Welt“ als „verzogenen Blagen einer hedonistischen Konsumgesellschaft“ verunglimpft, die in Wut geraten sind, weil sie nicht bekommen, was sie wollen. Dass der Milliardär Soros — ein Einkommensgenosse des Präsidenten, aber nicht weltanschaulich verwandt — einige Dutzend Organisationen unterstützt, die unter den vielen hundert waren, die zu den Protesten aufriefen, wird stracks als Beweis der Käuflichkeit genommen. Diana Johnstone, die Autorin dieses kreuzdämlichen Beitrags wohnt in Paris und findet den Front Nationale gar nicht so schlecht, denn Marin le Pen vertritt, so meint die Journalisten, überwiegend linke Positionen. Wie, so scheint es, in ihrem kruden und verworrenen Weltbild es auch Donald Trump täte. Nicht nur die „junge Welt“ dient den Vertretern der Position, dass Rassismus, Nationalismus und im Zweifel Faschismus eine lässliche Sünde sei, solange sich die von diesen Krankheiten befallenen Länder nicht imperialistisch gebärden würden. Wer so denkt hat nicht mehr alle roten Sterne am weltanschaulichen Firmament. Die Dame aus Paris jedenfalls leidet unter einem stark bewölkten Nachthimmel.
Nicht nur also die „junge Welt“ wird zur Verbreitung rechtsgewendeter Gedanken missbraucht. Sie sind allüberall. Einerseits beängstig es, dass sowohl ehemals gestandene und nun umgefallene Linke solche Trumprelativierung betreiben, sondern auch Mitglieder bürgerlicher Parteien. Andererseits zeigt es, dass das allgemeine Irresein eben ein allgemeines ist. Es sind nur wenige, aber sie desavouieren ihre jeweilige Organisation in erheblichem Maße. Wir kennen diese Situation aus der Weimarer Republik. Dort befiel manchen bürgerlichen Parteigänger und machen Genossen aus SPD, USPD und KPD durchs rechte Erstarken eine erhebliche linke Schwäche. Jetzt freuen sich Pazifisten hie und Antiimperialisten da, dass Trump die NATO obsolet findet. Verstehen aber nicht, dass er nicht das Militärbündnis, sondern die Finanzierung meint. Sein Kriegsminister hat es zwar schon klar gestellt, aber was so ein enthusiastischer Relativieren nicht hören mag, hört er auch nicht. Trump will nicht weniger NATO, sondern mehr Rüstungsausgaben der Mitgliedstaaten, er will nicht weniger US-Militär, sondern höre US-Rüstungsausgaben, er will auch nicht weniger aggressiv sein, als Bush und Obama. Die Drohnenmorde sind nicht eingestellt. Der IS soll nicht mehr nur besiegt werden, er soll vom Antlitz der Erde getilgt werden. Warten wir ab, was sich aus der Ankündigung ergeben wird, dass man die Gebietsansprüche der Chinesen im Süd-Pazifik verhindern will.
 
Eines aber soll nicht vergessen werden. Die Wahl zwischen Pest und Pest hat in erheblichem Maße die Bundesleitung der Demokraten zu verantworten, die mit politischen Taschenspielertricks Bernie Sanders verhinderte. Das Ergebnis insgesamt aber ist einem vollkommen undemokratischen Wahlsystem geschuldet, dass nicht nur Kandidaten wie Jill Stein dauerhaft klein hält, sondern auch nicht die jeweiligen Stimmenanteile des Zweiparteiensystems real berücksichtigt. Clinton hatte mehrere Millionen Stimmen mehr als Trump.
Sanders hätte vermutlich gegen Trump gewonnen, auch weil ihm nicht nur große Teile der weißen Mittelschicht gewählt hätten, sondern weil er, anders als Trump, auch die Stimmen der afroamerikanischen und lateinamerikanischen Wählerschaft zu einem großen Teil bekommen hätte. Anders als Trump hätte er nicht eine, sondern keine, Kapitalfraktion repräsentiert und wäre auch nicht fast ausschließlich durch das „weiße“ Amerika gewählt worden.
Photo: The White House

Artikel über die Festnahmen

Aus dem Eichenwald

Posted on | Januar 19, 2017 | No Comments

Otto Köhler schreibt heute in der „jungen Welt“ über die Rede Höckes in Dresden. Und in der Tat ist es so, wie Otto Köhler es darstellt. Auch Stefan Winterbauer schreibt in Meedia ganz ähnlich.
Walser, Höcke scheinen sich da ähnlich — in der Grundsee ihrer intellektuellen Binnenmeere geht ein antisemitischer Strom. Bei Walser hat mich das anfangs verstört. Er war ja jemand, der der allgemeinen Linken nahestand. Ganz anders, als es etwa Mahler oder Rabehl taten – also ohne den Impetus der nationalen Befreiung.
 
Aber zu jener vergangenen Zeit, als ich ein Kind noch war und dann ein Jugendlicher, mag es auch Erfahrungsmangel bei mir gewesen sein, der mich diesen Strom, diese gegenläufige Grundsee nicht erkennen ließ. Augsteins Spiegel gehörte, wie die Frankfurter Rundschau zur informativen Grundausstattung, da war man dem Herausgeber zwar nicht nahe, doch beeinflusste die Berichterstattung seiner Zeitschrift, bei aller Skepsis, schon die eigene Positionsbestimmung und vernebelte dabei vielleicht den Blick auf den Mann an der Spitze. Walsers Romane waren Teil des eigenen Kanons. Berichte gehen, schöngeistige Literatur soll bleiben. Die oberen SS-Chargen, die nicht nur in der Redaktion des SPIEGELS saßen, überwiegend wohlwollend entnazifiziert, sind deshalb ärgerlich, gehen mir aber als Figuren nicht so nahe, wie es Walser tut, seit er sich zur Figur zerredet hat.
Arg kommt es mich immer noch an, dass Walser sich in so falscher Weise verlautbarte. Dass andere sich nun zur Gänze nach rechts wandten und also in die angestammte, aber lang geleugnete, ideologische Heimat, lindert den Zorn auf Walser nicht.
Mahler der sich zum Nationalsozialismus bekennt, Bei Rabehl ist es das schreckliche heilige Deutschland, dieses überhöhte Bild von Vaterland, der Begriff von Blut und Ehre, den Stauffenberg im Hof des Bendlerblocks ausrief, als er von einem faschistischen Erschießungskommande ermordet wurde.
Bei Walser aber war es nicht das Herrenmenschentum, das da durchschlug. Die elende deutsche Eichen- und Buchenromantik war es eher – der deutsche Hausvater, den zu geben ihm den Goethe, ganz zu unrecht, nähergebracht zu haben scheint. Bei Mahler und Rabehl verhält es sich vollkommen anders.
Bei Augstein, dessen Spiegel die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik früh schon mitgestaltete, brach das nationalliberale Großbürgertum durch die Sätze. Auch er wollte das Holocaust-Denkmal in Berlin nicht, weil es ihm seine Träumerei von Berlin, mit Nachtleben und Cafe Europa, mit Stadtschloss und den Resten von Preußens Gloria, mit Bohéme und Industriellenadel beschädigte, glaube ich. Seine Begründung war eine andere, als die, die ich ihm, ich gebe es zu, unterstelle. Auch ist ein nationaler Liberalismus eine eher lässliche politische Verirrung.
Letztlich also bleibt der Geschichtslehrer Höcke, mit dem sich die Beschäftigung lohnt. Treudeutsch, dass man nur auf ihn blicken muss, um in eben diese deutsche Senke zu schauen, die mit potemkinscher Kleinstadtidylle, mit Honoratioren in Lodenmänteln, mit Kaiserdenkmal und einer ewigen Kinderschar, die das Lied von den Bergen singt, die im Frühtau bestiegen sein wollen, dem guten Deutschen das Herz recht wärmt. Und von Ferne leuchtet die Großstadt: modern, surrealistisch, am Puls der deutschen Zeit. Eine Märklineisenbahn fährt dampfend durchs Idyll und die Spielzeughäuser sind säuberlich zusammengeklebt.
Der Prototyp der Vaterlandsliebe deutscher Art trägt ihn in sich, den deutschen Traum von Gemütlichkeit und Weltgenesung; und er wehrt sich gegen jede Beschädigung seiner teutonischen Vision: mit gefletschten Zähnen. Flink in der Rede, zäh in der Sicht auf die Welt und hart im Herzen.
 
Indess: Bei Höcke ist es, so empfinde ich’s, nicht nur diese treudeutsche Schauen in die Welt. Bei ihm meine ich das Nationalistische als Wesenheit zu erkennen und als gepaart mit dem deutschen Faschismus. Da kommt das alles zusammen für mich: Grad‘ ist es noch der Stahlhelm und schon ist’s die Schutzabteilung, grad‘ ist es noch, als spräche Hindenburg und schon hört man Goebbels durch. Das scheint die neue Art von Nationalsozialist zu sein: Totenkopf und Laptop, HipHop und der Badenweiler.
Denn in meinem Wertehorizont ist Höcke ein Nationalsozialist. Er ist einer jener, durch die ich die Freiheitsrechte ganz wirklich bedroht sehe. Und da hat er eben nichts mehr zu tun mit Walser oder gar mit Augstein, der trotz aller nationaler Weltsicht stets dafür gestanden hat die Freiheitsrechte zu verteidigen. Nein Höcke gehört nicht in eine Reihe mit diesen beiden. Da bieten sich Mahler und Rabehl eher an, auch wenn Höcke natürlich der Agilere, der Gewandtere ist. Aber bedarf es des Vergleiches überhaupt? Höcke repräsentiert eine politische Strömung, die sich vom kruden Faschismus der NPD dadurch unterscheidet, dass sie nicht rückwärtsgewandt ist, sondern die Zukunft ganz ernsthaft beherrschen will. Sie hat den Anspruch zum absoluten Sieg, wie Höcke ja selbst sagt. Und sie hat, durch die schon begonnene Zersetzung gesellschaftlicher Institutionen, auch zunehmend die Möglichkeit. Sie ist gefährlich. Dieser Strömung muss Einhalt geboten werden.
Ich will in einem Staat leben, der die Freiheitsrechte seiner Bürger schützt. Ich will nicht national befreit und vervolkt werden.
Michel Friedman hat gestern gesagt, es ginge nicht mehr darum, den Anfängen zu wehren, wir würden lang über sie hinaus sein. Das stimmt. Wir befinden uns in einer Abwehrschlacht gegen das schlechte, das nationalistische und nationalsozialistische Deutschland. Und wir müssen alles moralisch, ethisch und rechtlich Vertretbare tun, um diesen Kampf zu gewinnen. Dazu gehört, ich wiederhole es, wie Cato der Ältere seinen Spruch zu Karthago, dass die AfD beobachtet und verboten wird.

WELT und Nachdenkseiten

Posted on | Januar 16, 2017 | No Comments

DCF 1.0

Eine grundsätzlich falsche Betrachtungsweise?

Seit ich mich zu den Nachdenkseiten positioniert habe, habe ich eine Reihe Diskussionen geführt, die mich zu einer im Grundsatz anderen Betrachtungsweise geführt haben. Nicht etwa darin, dass ich vieles, was dort – wie auch anderswo – publiziert wird falsch finde. Nein, es geht mir eher um Ansicht, die Betrachtungsweise, mit der man dieses Medium, aber auch an KEN FM und weitere heran geht.
Mir scheint es bei der Betrachtung eine Grundschwingung zu geben, die diese Medien im Prinzip unterscheiden möchte von anderen Medien und deshalb falsche, zumindest fehlerbehaftete, Kriterien anlegt. Aber diese Medien sind gar nicht unsere Parteizeitungen (welcher Partei wir nun auch angehören mögen), sondern private Medien. Sie unterscheiden sich erst einmal nicht von Frankfurter Rundschau, von WELT, TAZ, jW oder der BILD-Zeitung. Sie haben eine Redaktionslinie, die uns gefallen mag, oder nicht. Aber sie sind nicht dafür da, unsere Meinung wiederzugeben; ja, sie brauchen nicht einmal eine politische Linie zu haben. Es ist die Sache der Redaktion, der Inhaber, des Herausgeberkreises, was da publiziert wird.
Wir müssen ihnen nicht kritischer, nicht anders als jedem Medium begegnen. Näher allerdings auch nicht. Es gibt, in Ermangelung einer sogenannten Szene, keine Szenepublikationen. Es gibt keinen Grund anders erfreut oder empört über einen Artikel von Albrecht Müller (Nachdenkseiten) zu sein, als über einen von Peter Huth (B.Z.). Viel Empörung ist, wie auch die angenommene Nähe, ein Ergebnis von Übergriffigkeit und Besitzanspruch der Rezipienten dem Medium gegenüber.
Dadurch überhöhen wir möglicherweise diese journalistischen Produkte, wir überhöhen im Zweifel aber auch die Ablehnung.

Antikriegsgedicht

Posted on | Dezember 14, 2016 | No Comments

Armée_syrienne_lors_de_combats_urbain

Ich will nicht mehr über den Krieg schreiben,
keine Zeile über Ertrunkene,
keine Strophe über Bomben,
kein Gedicht über zerrissene Leiber,
keinen Zyklus über die Schönheit der Waffen,
kein Buch über das Grauen.
Aber alles zwingt mich.

Foto is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.
News Chanel Online

Cuba

Posted on | November 28, 2016 | No Comments

Flag_of_Cuba.svgTrotz der großen sozialen Leistungen wird es sein wie bei der UdSSR oder der DDR. Die Sünde der Einparteienregierung wird an ihrem sicheren Ende alle großen Errungenschaften kosten. Die Einparteienregierung ist der Krebs der Revolutionen. Das Gute erodiert in der Auflösung einer falsch verstandenen Diktatur des Proletariats. Das ist schrecklich, aber ich befürchte unvermeidlich.

Die Menschen werden eine Freiheit erhalten, deren Freiheit >>für<< Meinungsäußerung und Freizügigkeit, Koalitionsbildung und Presse einhergeht mit der Freiheit >> von << gleichen Chancen, medizinischer Versorgung, Zugang zu Bildung und Wissen, Wohnen und gesellschaftlicher Solidarität.

Wir, die aus dem Haushalt der Revolutionäre stammen oder in ihm wohnen, sind verantwortlich dafür glaubhaft sicherzustellen, dass sich der tödliche Fehler nicht wiederholt.

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