Leander Sukov

Schreiben.

Schleift die Festung Europa!

Posted on | November 10, 2013 | 3 Comments

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

[Unterzeichnen auf Change.org. Klick. Klick.]

Der u.a. von André Heller, Robert Stadlober, Robert Menasse, Max Prosa, Carmen Maja Antoni, Christa Schuenke und natürlich auch von mir unterzeichnete Aufruf für eine neue, humane Flüchtlingspolitik hat in den letzten drei Wochen fast 25.000 Unterstützer finden können. Unter der Webadresse http://www.change.org/de/Petitionen/schleift-die-festung-europa haben viele Menschen aus Deutschland ihre Übereinstimmung mit den Zielen der Erstunterzeichner bekundet. Der Aufruf läuft so lange weiter, bis sich die Europäische Gemeinschaft bereit findet, Regularien zu schaffen, die eine legale Flucht nach Europa möglich macht und das abstruse und sinnlose Dublin-II-Protokoll für obsolet erklärt wird.

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Verschlafener Tag

Posted on | Juli 29, 2014 | No Comments

Manche Tage verschlafen sich, verschlafen sich selbst. Und Dich halten sie dabei umarmt. Lassen gar nicht los. Wollen dass Du in ihren Armen wegdämmerst.

Heute war so ein Tag, der gar nicht aufwachen wollte. Ein warmer, nieseliger Sommertag. Einer ohne Nachrichten: Keine Anrufe. Keine Mails, nicht einmal Post im Kasten.

Die kleine, schöne Konditorei der Zuckerbäckerin meines Vertrauens leer. Bedächtig die Menschen auf der Straße.

Ein Tag, der auf dem Diwan liegt und döst, die angelesene Zeitung noch in der Hand, die Augen halb geschlossen, an der Decke surrt ein Ventilator, von fern klingen Stimmen. So ein Tag war heute, ein fauler, müder, dämmriger Tag.

Das Meer

Posted on | Juli 29, 2014 | No Comments

320px-Easterly_swell,_Lyttelton_Harbour,_29_July_2008

Schwarz glänzt die See.
Und silbern scheint der Mond.
Auf leichter Dünung thront
die Gischt wie Schnee.

Die aufgedunsnen Kinderleichen —
das Meer wirft sie auf flachen Strand,
grotesk verrenkt im weißen Sand,
die Körper die nun Treibgut gleichen.

Schwarz wie Satin die See.
Und silberschwer der Mond.
Auf sanfter Dünung thront
die Gischt so weiß wie Schnee.

Foto: CCL 3.0 SA, Phillip Capper

Meer

Posted on | Juli 27, 2014 | No Comments

320px-Flug_Norderney_2010_PD_163

Das Meer unersättlich
leckt den weichen Sand
der Bucht.
Seine Wellen schlagen
zusammen über den Furchen
im Watt.
Weißgelber Schaum
krönt die Erhebungen
der Wellen.
Hart dringt sein Wasser
ein ins Land.
Die Deiche brechen.
Das Gras der Wiesen
wiegt sich unter der Flut.

Es hat Geschellt | Zil çaldı

Posted on | Juli 27, 2014 | 1 Comment

396px-Samuel_Beckett_by_Reginald_Gray

"Es hat geschellt. "
"Hab ich gehört. "
"Willst du nicht öffnen? "
"Ich öffne ihm nie"
"Ich denk Du wartest auf ihn"
"Nur auf sein Läuten"
"Jeden Tag?"
"Nur am Samstag Abend"
"Und er läutet jeden Samstag?"
"Ja"
"Und Du öffnest nie"
"Nein"
"Stört es ihn nicht? "
"Nein. Er erwartet es nicht. Er kommt hier vorbei auf dem Weg in seine Bar. Und läutet"
"Und geht gleich weiter? "
"Ja"
"Weshalb?"
"Wegen unserer Liebe zum Theater. "
"Was?"
"Wir lieben beide Beckett"

————

Ilhan Atasoy war so freundlich das Stückchen ins Türkische zu übersetzen:

"Zil çaldı"
"Duydum"
"Açmayacak mısın?"
"Ben asla açmam"
"Hani sen onu bekliyordun?"
"Onun salt zili çalmasını"
"Her gün mü?"
"Sadece cumartesi akşamı"
"Her cumartesi çalıyor mu?"
"Evet"
"Ve sen hiç açmıyorsun?"
"Hayır"
"O hiç rahatsız olmuyor mu?"
‘Hayır. Açılsın diye bir beklentisi yok. Bara giderken buraya uğrar; zili çalar"
"Sonra da yoluna devam eder öyle mi?"
"Evet"
"Neden ama?"
"Tiyatroya olan sevgimizden"
"Nasıl yani?"
"İkimiz de Beckett´i çok seviyoruz"
Çeviri / Übersetzung: İlhan Atasoy

Der alltägliche Antisemitismus

Posted on | Juli 26, 2014 | No Comments

Davidstern_von_Synagoge_Hamm(Sieg)Was ist da los in der Berliner Justiz und der Innenbehörde, dass sich der Sprecher der Berliner Polizei hinstellen kann und mitteilen, der Ruf "Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein" sie keine Volksverhetzung. Volksverhetzung definiert das Strafgesetzbuch so:

Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Darunter soll die Gleichsetzung von Juden und Schweinen nicht fallen? Dadurch also wird weder der öffentliche Friede gestört, noch die Menschenwürde der Juden angegriffen? Welche juristischen Winkelzüge sind nötig, um zu dieser Einschätzung zu kommen? Vielleicht der, zu behaupten, die Gleichsetzung von Juden und Schweinen sei gar nicht böswillig? Oder es würde sich nicht um eine Beschimpfung handeln? Oder das würde nicht den öffentlichen Frieden stören, denn noch brennten ja keine Synagogen?
Was sind das für Leute, die sich hinstellen und mitteilen, man hätte nun per Auflage verboten, Juden als Schweine zu bezeichnen? Wo leben wir denn? Wo bleiben die Konsequenzen?

Foto: Fleischer-Amteroth

Demokratie?

Posted on | Juli 26, 2014 | No Comments

Communist_Party_of_Ukraine_logoDer Verbotsantrag Poroschenkows gegen die Kommunistische Partei der Ukraine (KPU) ist nicht nur ein antikommunistischer Akt, sondern einer, der auf die nationalistische Vereinheitlichung der Parteienlandschaft der Ukraine zielt. Er wirkt damit über den Antikommunismus hinaus auch in das bürgerliche Parteienspektrum hinein und gefährdet tiefgreifend eine, immer noch, mögliche demokratische Entwicklung in der Ukraine.
Was wird der KPU vorgeworfen? Sie soll, die Vorwürfe sind wage gehalten, die Separatisten unterstützt haben, die eine Loslösung der Donezkregion betreiben. Wie und in welcher Form wird nur unzulänglich dargestellt. Nun ist das Verbot, über die Ausdehnung eines Landes zu reden eines, das direkt auf die Meinungsfreiheit zielt. Denn natürlich muss es erlaubt sein, darüber zu debattieren, ob z.B. das Saarland nicht doch besser zu Frankreich gehören soll, Altona zu Dänemark oder Salzburg zu Deutschland. In einem sich abzeichnenden neuen Supranationalstaat Europa, zu dem die derzeitige Parlamentsmehrheit der Ukraine ja gehören möchte, muss es möglich sein über Grenzziehungen zu sprechen ohne Gefahr zu laufen verboten zu werden.
Aber natürlich geht es gar nicht um die Ostukraine. Es geht darum eine Politik durchzusetzen, die schon aus Ungarn bekannt ist und Entdemokratisierung und Präsidialtotalitarismus anstrebt. Dabei ist Poroschenkow nicht wählerisch. So bedient er sich durchaus der Partei der Regionen zur Stabilisierung seiner Herrschaft gegenüber den anderen Fraktionen. Die Kommunisten stören dabei. Insbesondere, weil sie über 13,6 Prozent der Stimmen verfügen und damit eine ernstzunehmende Größe sind.
Natürlich schafft er es mit dem Verbot auch, die faschistischen Parteien enger an sich zu binden.
Was wir in der Ukraine sehen ist ein Beispiel, wie ein in der Tat demokratischer Aufstand von rechtsradikalen Kräften maßgeblich beeinflußt wurde und dann von scheindemokratischen Kräften übernommen worden ist. Die verheerende Außenpolitik von EU, NATO und Russland, die jeweils ihre Partikularinteressen vertreten und dabei eine Quote an Fehlentscheidungen aufweisen, die es zuletzt vor dem Ersten Weltkrieg gegeben hat, haben die innenpolitische Situation in der Ukraine, inklusive KPU-Verbot, Bürgerkrieg und stetem Wechsel der Oligarchenherrschaft (bei Garantie ihres Bestehens) verschuldet. Es wäre zu jedem Zeitpunkt möglich gewesen zu einer trilateralen Verständigung zu kommen, wenn die globalen Interessen imperialistischer Zentren (EU, USA, Russland) nicht dagegengestanden hätten.
Dieser demokratische Niedergang wird nicht der letzte in Europa sein und auch in die EU wirken, die ja — ich erwähnte es schon — damit, die ungarische Regierung nicht in die Schranken zu weisen, die Tür bereits aufgestoßen hatte.

Keine Gemeinsamkeit mit Antisemiten!

Posted on | Juli 14, 2014 | No Comments

10552357_10152215677972633_7726497537771554814_nEs kann keine gemeinsamen Aktionen mit jenen geben, die vorgeblich für den Frieden in Nahost auf die Straße gehen, aber damit meinen, dass der Nahe Osten judenfrei schon seinen Frieden finden würde. Es kann keine gemeinsamen Aktionen mit jenen geben, die "Hamas – Hamas – Juden ins Gas" grölen. Mit jenen nicht, die Synagogen beschmieren und Juden überfallen. Nicht mit jenen, die das Existenzrecht Israel nicht akzeptieren.
Was für die antisemitischen Hamasfreunde und für die krude, menschenfeindliche und kleinbürgerlich hassende Fraktion der Antiimperialisten gilt, das gilt auch für das ebenso blinde Pendant.
Jene Kräfte aber, die hier, wie in Israel und Palästina Schluß machen wollen mit dem Krieg, die den Frieden als Ziel und als Methode begreifen sind Bündnispartner für eine Friedensbewegung, die den Namen auch verdient.
Wenn jetzt, durch wen und wo auch immer, der ideelle Gesamtjude wieder zum Sündenbock wird, wenn der Antisemitismus hochkocht, dann muss man sich dagegenstellen. Es kann keine Gemeinsamkeiten mit Antisemiten geben, auch dann nicht, wenn sich dieser Antisemitismus verstecken will unter den Röcken des Antizionismus.

Foto: Unbekannt. Falls der Fotograf bekannt ist, bitte ich um Mitteilung

Die Schönheit des Krieges

Posted on | Juli 12, 2014 | No Comments

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Die Schönheit des Krieges
ist das Donnern der Geschütze,
ist der Einschlag der Granaten,
und der Schrei des Sterbenden,
die Schönheit des Krieges
ist der schwarze Rauch vor weißen Wolken,
ist das abstürzende Flugzeug
und der explodierende Panzer,
die Schönheit des Krieges
ist das Tak-Tak-Tak der Maschinengewehre,
ist das langsam sterbende Kind
und der Geruch verbrennenden Menschenfleisches,
die Schönheit des Krieges
ist das Skelett eines Hauses in zerstörter Stadt,
ist die Hand des Jungen der bettelt um Brot,
und der Greis, der durch Trümmer irrt,
die Schönheit des Krieges
ist der gedemütigte Gefangene,
ist die gefolterte Frau
und das vergewaltigte Mädchen,
die Schönheit des Krieges
ist die Rede des Präsidenten,
ist das Segnen der Waffen
und das Gebet für den Sieg.

Foto: Al Jazeera English

Ihr, die Tauben

Posted on | Juli 12, 2014 | No Comments

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Ihr, die Tauben.
Ihr, die Tauben.
Ihr, die Tauben.
Es wird nicht reichen, dass Ihr
Euch niederkniet zum Gebet,
es wird nicht reichen, dass Ihr
Euch die Tefellin um die Arme schlingt.
Nicht reichen wird es von Würde zu sprechen
und von Leben, von Humanismus und Versöhnung.
Nicht reichen wird gutes Wort
und aufrichtiges Wollen.
Nicht reichen wird es, Eure Leiber
vor die Geschützrohre zu stellen,
vor die Raketenwerfer und die Haubitzen,
nicht reichen wird Rosen zu stecken
in die Gewehrläufe,
in Ramallah und Tel Aviv,
in Jaffa und Chan Yunis.
Ihr, die Tauben.
Ihr, die Tauben.
Ihr, die Tauben.
Die Falken werden Euer nicht achten,
bis Ihr sie aus den Lüften enthebt.
Bis Ihr sie enthebt.

Foto: Ori~ (Jaffa)

Die Romantik, das Blut und das Leid

Posted on | Juli 11, 2014 | 5 Comments

Robespierre

Die Romantik, das Blut und das Leid
Das Problem ist die verdammte Romantik. Sie ist zum Kotzen gutherzig blind, sie ist zum Kotzen dummdreist egoistisch, sie schert sich einen Dreck um Tod und Leben, Freiheit und Gerechtigkeit. Ist ist idealistisch. Sie ist IMMER idealistisch. Das ist ihre ganze Philosophie. Sie will nur eins: träumen. Sie lebt aus sich selbst heraus, sie schafft sich ihre eigene Logik. Sie ist ein Dreck. Sie intoniert „Hoch – die – internationale – Solidarität“ und meint: „Hoch das eigene Wohlgefühl“. Sie lässt sich anheuern für jeden Lumpen, Hauptsache die Romantik kann ihn sich selbst als antiimperialistischen Helden verkaufen, als Freiheitshelden, als Wahrer von Demokratie und Rechtstaatlichkeit – zur Not als einen traurigen Helden, Held bleibt Held.
Die Romantik hält die Hamas für ein akzeptable Organisation. Die Romantik hält die Hisbollah für eine akzeptable Organisation. Die Romantik hält die israelische Regierung für eine akzeptable Regierung. Die Romantik findet Entschuldigungen für China und Nordkorea, für die USA, für jeden und alles. Die Romantik hat einen Sack voll Talmiargumente. Egal, was Du einwenden magst: Die Romantik hat ein idealistisches Gegenargument. Und auf dem Argument steht immer: Geprüfte materialistische Qualität. Dabei ist es weder von Marx, noch von Luxemburg, es ist nicht von Olaf Palme und nicht von Ghandi, höchstens von Stalin geschweißt und von Franco poliert, diesen romantischen Massenmördern.
Die Romantik sagt dauernd: Die Verhältnisse und will von Verhältnissen nichts wissen. Die Romantik kennt nur die Wirklichkeit ihrer Halluzination. Die Romantik singt Arbeiterlieder oder Volksweisen und sitzt ums geistige Lagerfeuer.
Die Wirklichkeit scheißt was auf die Romantik. Die Wirklichkeit ist Verfolgung, Leid, Angst, Schmerz und der Wunsch frei zu sein, ein Dach über dem Kopf zu haben, ein Bett und etwas zu essen. Die Wirklichkeit ist der Wunsch, nicht in Sweatshops zu verbrennen und nicht in Diamantenminen zu verrecken. Die Wirklichkeit ist, nicht vor Amtstresen um ein bißchen Geld fürs Leben betteln zu müssen. Die Wirklichkeit starrt in Gewehrmündungen und spürt die Einschläge von Raketen. Die Wirklichkeit sind verbrannte Kinderleiber und hungernde Familien. Die Wirklichkeit bräuchte Solidarität. Die Wirklichkeit hat keinen Bock auf Kriege, Leid und Unterdrückung. Die Wirklichkeit scheißt was aufs revolutionäre Warten. Die Wirklichkeit entscheidet sich immer wieder falsch. Die Wirklichkeit ist Mörder, Vergewaltiger und Despot. Und die Wirklichkeit ist ermordet, unterdrückt, gefoltert. Die Wirklichkeit lässt nicht zu, dass Du die Mörder, Vergewaltiger und Despoten mit romantischen Attributen behängst, wie mit dem Vaterländischen Verdienstorden oder dem Bundesverdienstkreuz und dadurch aus der Wirklichkeit nimmst. Die Wirklichkeit erlaubt Dir Deine Trugbilder. Die Wirklichkeit erlaubt Dir falsche Helden und falsche Solidarität. Die Wirklichkeit erlaubt alles. Aber sie lässt nicht los. Wenn Du aufhörst, das Trugbild zu sehen, siehst Du alle Akteure dort, wo sie wirklich sind: In der mörderischen, despotischen, gnadenlosen Wirklichkeit. Und Dein Held von gestern ist Dein Mörder von heute.
In Israel und in Gaza herrschen keine Helden. In Israel und Gaza herrschen Rassisten, Antisemiten und Gewalttäter. Aber je nach Gusto sind die einen oder anderen Helden für die Romantiker. Eine Entschuldigung ist immer zu finden. Aber jedes Moment von Solidarität, jedes Schweigen, jeder unterdrückte Aufschrei gegen die Raketen auf Tel Aviv und Gaza-Stadt, jedes gutmeinende Argument für die Gräueltaten, wer immer sie auch begeht, nährt die Tat. Das gilt nicht nur für den Nahen Osten. Das gilt immer und überall. Jedes Schweigen, jede boshafte Frage nach Beweisen, deren es doch so viele gibt, jedes Leugnen, jedes Schweigen über Verfolgung, ob in Phnom Penh, Kiew, St. Petersburg, Peking oder Austin – all das verlängert Despotie, Rassismus, Antisemitismus, Repression und Gewaltherrschaft.
Romantiker müssen mit Wahrheiten lügen. Sie können gar nicht anders. Sie müssen beschwichtigen und schönreden, sie müssen zugleich anklagen. Sie schlagen dem einen Tyrannen jovial auf die Schulter und zeigen mit dem Finger auf den anderen. Sie sagen. Der hier will gar kein Tyrann sein, aber es ist nötig – wegen der Revolution, wegen der Menschheit, wegen des Friedens, er muss die Freiheit unterdrücken, wegen der Freiheit. Es sei, sagt der Romantiker, nicht alles schön, was so getan wird, wegen Friede-Freude-Freiheit. Aber es ginge ja nun mal nicht anders. Wegen der Freiheit. Wegen des Imperialismus’. Wegen Gott. Wegen der Börse. Wegen der Revolution.
Die Romantik lügt sich in die Tasche. Die Tasche ist groß. Die Romantik sagt: Ich liebe doch alle Menschen. Die Romantik sagt: Stalin konnte nicht anders, Pinochet konnte nicht anders, Obama ist ein guter Mann, Putin ist ein guter Mann.
Die Romantik ist zum Kotzen.

Foto: Robespierre

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