Leander Sukov

Schreiben.

Schleift die Festung Europa!

Posted on | November 10, 2013 | 3 Comments

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

[Unterzeichnen auf Change.org. Klick. Klick.]

Der u.a. von André Heller, Robert Stadlober, Robert Menasse, Max Prosa, Carmen Maja Antoni, Christa Schuenke und natürlich auch von mir unterzeichnete Aufruf für eine neue, humane Flüchtlingspolitik hat in den letzten drei Wochen fast 25.000 Unterstützer finden können. Unter der Webadresse http://www.change.org/de/Petitionen/schleift-die-festung-europa haben viele Menschen aus Deutschland ihre Übereinstimmung mit den Zielen der Erstunterzeichner bekundet. Der Aufruf läuft so lange weiter, bis sich die Europäische Gemeinschaft bereit findet, Regularien zu schaffen, die eine legale Flucht nach Europa möglich macht und das abstruse und sinnlose Dublin-II-Protokoll für obsolet erklärt wird.

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Das Lyrische Ich

Posted on | Dezember 18, 2014 | No Comments

Das Lyrische Ich
Mancher
entnehme ich den Kommentarfunktionen
im Netz
denkt
mein Gedicht über den Pöbel
würd‘ vermissen lassen
die Innenschau
das Lyrische Ich
also mich.
In manchem denkt es
so sei die Zeit nicht mehr
dass einer Gedichte dieser Art
schriebe
ohne Innenschau
ohne Lyrisches Ich.
Und mancher wähnt
ein jedes hätt‘ so viele Schichten
hätt‘ ungezählte Räume
unerschlossene Ebenen und
von steter Suche der ewigen wäre
zu sprechen, spräche man
von den Dingen.
Was außen sei es sähe nur der Blick
nach innen.
Nie sei man Teil das Lyrische Ich
das Innenwohnende
das Leidgeplagte
das sich ergebende Ergebnis
des Außen der Räume der Ebenen
es sei das Alles und
würde kybernetisch fast
erzeugen das Gedicht.
Sonst wäre es keines.
Darauf ist jede Antwort ganz vergeudet.

Das Pack

Posted on | Dezember 17, 2014 | No Comments

Ihr seid nicht das Volk. Ihr seid der Pöbel.
Und wo Ihr steht, wird jeder Grund kloakig.
Eure Ängste sind Erbstücke.
Und Euer Erbteil sind auch die Scheiterhaufen
und die brennenden Synagogen.
Ihr seid nicht das Volk. Ihr seid der Pöbel.
Der Weg Eurer Demonstrationen
wird zum Abwasserkanal.
Welch eine grauenhafte Vorstellung,
in Eurer Horde auch Lehrer zu wissen,
Universitätsdozentinnen und Kindergärtner,
Pfarrer und Diakone, Krankenschwestern
und Altenpfleger.
Wie widerwärtig, sich vorzustellen,
dass das Pack, dass Ihr,
Kinder erzieht und Sterbende pflegt.
Ihr seid nicht das Volk. Ihr seid der Pöbel.

Monday, Monday …

Posted on | Dezember 17, 2014 | No Comments

Wenn man den Spinnern, den von angeblichen Chemtrails Verängstigsten, denen, die an das Deutsche Reich in der Herrlichkeit des Kaisertums und der Enge von Fachwerkbauten und romantischen Städtchen glauben, als eine Art von Hogsmeade, als Fluchtpunkt für Phobiker der Moderne, denen, die sich der Reichsflugscheiben und der Hohlen Erde sicher sind und die Errettung aus dem All ersehnen, weil sie nicht akzeptieren können, dass ihre Eltern und Großeltern Konzentrationslager betrieben und Slavinnen die Bäuche aufschlitzten, wenn man denen allen und den vielen anderen, mit verwandten Verschrobenheiten, mit verwandtem Wahn und korrespondierenden Bangnissen, die Möglichkeit gibt, ihr Irren und Irresein an der und um die Welt einem guten Ziel zuzuordnen, werden sie kommen.
Das ist die Basis der Mahnwachen. Es sind Leute wie der Kristallguru Schurig, es sind Zeitreisende und mit Pendeln bewehrte Endvierziger. Aber sie sind auch die Öffnung nach Rechts. Und es ist kein Zufall, dass sich viele Slogans der montäglichen Mahnwachen nun in den montäglichen Aufmärschen von Pediga wiederfinden. Für sie, die ja sowieso die Welt sich anders konstruierenden Menschen voll Furcht und Ängsten, ist es kein Widerspruch, gegen den Krieg und gegen Ausländer zu sein, gegen die Mainstreammedien und gegen die Pressefreiheit. Es ist eine Welt voll Mystik und voller Dämonen, die diese Leute sehen. Die Dämonen heißen Rothschild und Mohammed, die bösen Zauber heißt Geld und Zins — und den Fluß der Erkenntnis überschreiten diese Leute nie. Sie können nicht schwimmen und fürchten das Ertrinken im tiefen Strom der Welterkenntnis, der ihnen zu naß, zu tief und viel zu kalt ist.

Friedenswinter

Posted on | Dezember 15, 2014 | 3 Comments

"Sie ist kein Verteidigungsbündnis, sie ist das aggressivste Bündnis, das die Menschheit je gesehen hat!" Eugen Drewermann über die NATO auf der Demonstration des "Friedenswinters" vor dem Schloß Bellevue.

Ach, es ist alles eins.
Dass es niemanden mehr kratzt, ob Ken Jebsen die Zahl der Amerikaner mit "jüdischen Roots" im us-amerikanischen Medienwesen vorzählt und mit ihrem Anteil an der us-amerikanischen Bevölkerung vergleicht (um gleich danach zu sagen: das sein nur mal so eine Frage, wie nach der Zahl der Japaner. Und man sei ja kein Antijapaner, wenn man das fragen mal würde).
Und dann geht der Arm in Arm mit Dehm in der ersten Reihe und spricht vom Wagen der Mahnwachen auf der Demo in Berlin.

Dass es niemanden aus den Reihen der Unterstützer kratzt, wenn sich Mährholz mit radikalen Rechtskonservativen wie Prof. Vogt trifft — und dann als Hauptunterstützer unter dem Berliner Regional-Aufruf zur Demonstration steht.

Dass es niemanden kratzt, wenn der LINKE-Abgeordnete Gehrke Jebsen Interviews gibt oder wenn Drewermann das auch tut.

Weshalb sollte es da kratzen, dass auf einer Kundgebung, die vor einem neuen Weltkrieg zu warnen vorgibt, die Achsenmächte* ihrer Rolle als das aggressivste Bündnis, das die Menschheit gesehen hat, verlustig gehen und damit die 50.000.000 Tote des Zweiten Weltkrieges deklassiert werden.

Es ist zum Kotzen.

Nichts wird mich dazu bringen, dieser von Rechts nach Links zusammengeschusterten völkischen Friedensbewegung nahe zu treten. Nichts. Keine Beschlüsse, keine Aufrufe. Keine honigsüßen Worte, keine taktischen Spielchen und strategischen Raffinessen.
Solange solche Leute, wie Jebsen und Mährholz, wie Frings und andere dort agieren, gibt es für mich eine unüberwindliche Barriere. Solange sich dieses sogenannte Friedensbündnis nicht auch mit aller notwendigen Kritik gegen die Politik Russlands wendet, solange die Innenpolitik der Ukraine mit den in der Tat aktiven und inzwischen arrivierten Faschisten im Staatsapparat zu Recht kritisiert wird, die Innenpolitik Russlands zu Unrecht aber nicht, gibt es für mich keine Nähe zu dieser Bewegung. Solange große Teile strukturell antisemitisch agieren, solange man mit Sankt-Georgs-Bändchen, mit militärischen Accessoires also, herumläuft, solange man Russia Today hofiert und damit jene, die in ihrem deutschen Programm die ausländerfeindliche und schwulenhassende Innenpolitik Russlands verkaufen, solange werde ich nicht Teil werden, dieses Konstrukts klarer Herkunft.
Ja, ich weiß, die meisten die da mitlaufen, laufen besorgt um den Frieden mit. Sie sind es nicht, an die sich meine Kritik wendet, die Ziel meiner Ablehnung sind. Ich meine die Reichsbürger, die Völkischen, die verhohlenen und unverhohlenen Antisemiten, die, die immer noch die Mär von der jüdischen Weltverschwörung verbreiten, dieses kleinbürgerliche Schreckgespenst, das über Jahrhunderte für Mord und Totschlag gesorgt hat. Und jene, die sich ihrer bedienen oder die selbst offen oder verdeckt Teil dieser Gruppen sind.
Aber es kann auch keine Gemeinsamkeit mit Gruppen geben, die auf der Höhe der Mordtaten des sogenannten "Islamischen Staates" dazu aufrufen ihn an den Verhandlungstisch zu bitten, ihn an der Regierung im Irak zu beteiligen. Das ist eine mörderische Dummheit, eine unentschuldbare Ignoranz. Aber es ist natürlich in erster Linie eine fehlerhafte Lageeinschätzung. Das ist umkehrbar. Die Umkehr wird aber nichts nützen, mir nichts nützen, wenn man sich dabei unterhakt bei jenen, zu deren Welt unverrückbar die Offenheit nach rechts gehört oder die, schlimmer noch natürlich, zu jener Rechten gehören, die heute für den Frieden vor dem Schloss Bellevue demonstriert und morgen in Dresden gegen Ausländer.
Das wären, sagt man mir immer wieder, wenige nur, eine kleine Gruppe nur noch. Sie wären da gewesen, am Anfang, so wie bei neuen Bewegungen auch immer am Anfang die Spinner auftauchen. Aber weshalb sind dann diese Leute nicht auch weg aus der Werbung für diesen Friedenswinter? Man will nach Rechts integrieren. Man wird nach Rechts integriert. Das ist die Crux.

Nein, solange diese Friedensbewegung so verfasst ist, wie sie verfasst ist, werde ich ihr Teil nicht sein. Ein Teil all jener, die Frieden nicht nur als Abwesenheit von Krieg verstehen, war ich immer schon und ich bleibe es.

* (das faschistische Deutschland, das faschistische Italien, das Kaiserreich Japan und andere)

Onkel Otto

Posted on | Dezember 11, 2014 | 1 Comment

640px-Hh-onkel-otto

Die Lichter des Hafens
heilig scheint ein jedes
durch den Nebel.
Sid Vicious singt
vom Tod.
Das Bier lauwarm.
Die Nacht kalt.
Verirrte Touristen.
Die steile Treppe.
Drüben der Fischmarkt.
Wer wird deutscher Meister.
Hohohochiminh.
Die Lederjacke schlottert
um den Körper
des alten Mannes.
Der Gehstock sticht in den Himmel.
Keine Engel da.
Hochdieinternationalesolidarität.
Er dreht sich um.
Die Treppe steil.
Er fällt nicht. Hält sich.
Keinen Fußbreit.
Dann geht er.
Drinnen noch ein Bier.
Zwei Punker schlafen auf der Bank.
Alles stirbt.
Noch Leben. Noch leben.

Michel

Posted on | Dezember 11, 2014 | No Comments

Durch die Wände bricht das Gestern.
Totgeglaubte bieten dir den Frieden des Reiches.
Das Untergegangene treibt empor.
Aus Mensch mutiert Volk.
Das Mystische hat hohe Konjunktur.
Die Ahnen sind wieder wer.
Man reist zum Kyffhäuser.
Das Völkerschlachtdenkmal: Großaltar.
Ernst Moritz Arndt in vielen Herzen.
Die toten Hereros weit.
Von Auschwitz gemeinsam schweigen.
Der deutsche Michel erhebt sein Haupt.
Dass Frieden werde. Unterm Eisernen Kreuz.

Friedenswinter

Posted on | Dezember 4, 2014 | 4 Comments

Ich habe in den letzten Tagen darauf gehofft, dass die, welche angetreten sind, die Rechtskräfte in der neuen Friedensbewegung, die nun ein Teil der alten, schon bestehenden Friedensbewegung geworden ist, Erfolge erzielen können. Lars Mährholz, auf dessen Initiative die sogenannten Mahnwachen sich etablierten, hatte vor einigen Tagen auf seinem Profil gepostet:

„Guten Morgen ihr Lieben,
was für ein ereignisreiches Wochenende! Ich wünsche euch allen einen tollen Start in die
neue Woche
Geplante Gespräche in der nächsten Zeit:
Im Dezember 2014:
Gespräch mit Prof. Michael Friedrich Vogt
Gespräch mit Frank Höfer
Im Januar 2015
Gespräch mit Dr. phil. Daniele Ganser
Falls jetzt wieder jemand sagt: „Wie kannst du nur mit … reden?“
Ich lasse mir von niemandem vorschreiben mit wem ich zu reden hab oder nicht
Ganz liebe Grüße & bis gleich auf den Mahnwachen in Deutschland!
Lars Mährholz
www.mahnwachen.info“

Hinsichtlich des Professors Vogt verweise ich auf den wikipedia-Artikel.

Aber nicht nur das. Nein, wenn man das Profil von Mährholz hinunterscrollt, findet man ihn mit Popp und der Bandbreite, findet man Beiträge, die auf mich immer wieder wirken wie der Versuch Camouflage zu betreiben, während andere ganz gezielt ein Klientel zu bedienen scheinen, welches sich im Reichsbürgermilieu und bei rechten Esoterikern zu befinden scheint.

Meine Hoffnung war, dass es der alten Friedensbewegung gelingt, auf Mährholz einzuwirken. Das ist nicht gelungen oder aber, nicht geschehen.

Es ist mir unmöglich, meine Unterschrift unter einen Aufruf zu setzen, der in werbender Weise, zumindest — aber wohl nicht nur — für die Berliner Aktivitäten mit dem Namen Lars Märholz‘ agiert.

Ich ziehe deshalb meine Unterschrift zurück.

frieden_unterschrift

Selbstliebe

Posted on | Dezember 4, 2014 | No Comments

Ich liebe mich.
Deshalb mein Lieb
kann ich dich lieben.
Denn liebte ich mich nicht,
so wärst Ersatz du nur,
nur Projektion
und ich, ich hinge mich,
mein Lieb,
an dich mit Eifer,
süchtig die Lücke zu füllen,
die ich nur selber füllen könnt‘.
Weil ich mich aber liebe
mein Lieb,
bedarf ich nicht des ständigen Beweises
Deiner Liebe,
so geh, wenn du gehen willst,
umarme die Glücklichen.
Und liebe mich.

Traum im Traum

Posted on | November 25, 2014 | 2 Comments

mondlinksunten

Manchmal träumt ihr
sie wäre wieder sechzehn und schliefe
in der Wohnung ihrer Eltern
und träumte, sie wäre eine Frau
von sechzig Jahren, gescheitert oft, verlassen öfter,
in einer kleinen Wohnung,
mit leichter Krankheit behangen,
zermürbt von immer gleichen Tagen,
erwartungslos und aller Farbe bar,
und träumt, sie würde bald erwachen
und aufstehen, duschen, in die Schule gehen,
und erwacht dann, in einer kleinen Wohnung,
fühlt die Schmerzen in der Hüfte vielleicht,
erhebt sich schwer und geht ans Fenster,
sieht hinaus. Die Straße ganz farblos. Der Himmel grau.

Gedärmte Lyrik

Posted on | November 24, 2014 | No Comments

320px-Kitsch

Tief aus dem Darm aufs Blatt geschissen.
In hohem Strahl ins Heft gepisst.
Das Herzlein theatralisch rausgerissen.
Der Lyrikkitsch gedüngt mit Seelenmist.
Und immer dieses hübsche Sichverlieren.
Der weiche Blick, voll Trauer, Wollust, Schmerz und Harm.
Zum Leid den Rotwein und dann masturbieren.
Der Dichter als sein Melodram.

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