Leander Sukov

Literapoltur

Dämmerung in Berlin

Posted on | Februar 3, 2010 | No Comments

Kalter Mond über Schmelzwasserlachen
Aus den Häusern fällt
warmer Lichtschein
in die kühle Stadt.

Von geöffneten Küchenfestern
werden Lebenstöne
in die Straßenschluchten
gespielt.

Der Bus spuckt Menschen
auf die Trottoirs
U-Bahnen werfen ihre Last
wie Katzen Junge.

Autoschlangen liegen vor
den roten Ampeln.
Der Himmel ist graublau.
Und dreht sich nach Schwarz.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter

Die Einsamkeit

Posted on | Januar 27, 2010 | No Comments

Es wird schon
der Richtige kommen,
sagt die Einsamkeit.
Jeder Topf findet
seinen Deckel,
sagt die Einsamkeit.
Warte nur, warte.
Alles wird gut.
Er wird dir Blumen schenken.
Haut an Haut werdet ihr
einschlafen,
sagt die Einsamkeit.
Dann werde ich ganz klein,
sagt sie und lacht und lacht
und schlägt sich mit den Händen
auf die fetten Schenkel.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter

Eine gewisse Tendenz im deutschen Film

Posted on | Januar 25, 2010 | No Comments

Hagen MyllerHagen Myller, Regisseur und vielen bekannt, macht sich in einem langen,
zweiteiligen Essay auf http://cultureglobe.de Gedanken über den deutschen
Film, die Filmförderung und das Geschmäckle, welches an beiden hängt.

Ein lesenswertes Essay – nicht nur für Filmfreunde.

“Ein Film, der nicht gesehen wird, existiert nicht. Man mag einwenden, er
existiere immerhin in Form eines 35 oder 16 mm Filmstreifens, oder als
Videoband, analog oder digital, vielleicht auch als DVD oder Blu-ray Disc,
oder auch nur als Datei auf einer Festplatte, also er existiere immerhin in
seiner materiellen Form, sozusagen als möglicher Film mit der Potenz
gesehen zu werden, irgendwann einmal. Aber diese an sich nahe liegende
Auffassung teilt noch nicht einmal der Gesetzgeber. Ausgerechnet die
Finanzverwaltung sieht von der materiellen Grundlage des Films vollkommen
ab. Sie betrachtet Film, unabhängig von seiner Qualität, als immaterielles
Gut. Sie betrachtet ihn also als geistiges Gut. Das hängt nicht mit der
geistigen Leistung seiner Macher zusammen, deren Werke manchmal die nötige
Schöpfungshöhe vermissen lassen. Es hängt damit zusammen, dass der Film
keinen Wert an sich besitzt, sondern, wie viele Güter, nur den Wert, den
man ihm zuschreibt …”

Zum Artikel:

http://tinyurl.com/y95jfjt

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter

Hero und Leander (II)

Posted on | Januar 20, 2010 | No Comments

Bist Du Geliebte nur
die Priesterin der Aphrodite?
Bist Du Geliebte gar
die Göttin selbst?
Geschwommen bin ich durch die hohe
die graue See zu Dir nach Sestos
und Wellenberg um Wellenberg
durchschnitt ich frierend
das kalte Meer voll warmer Liebe.

Als ich ertrank, verirrt im Sturm
den mir Poseidon sandte, der böse Gott
als ich versinkend umspielt vom Tod
den Hades doch nicht überschritt
und also unentschieden tot und lebend
lebend tot bin nur für dich
schwangst du vom Turme dich zu mir
hinab ins dunkle, nasse Grab.

Du Göttin oder Priesterin
unsterblich hast du mich gemacht,
wie eine Göttin nur Unsterblichkeit
im Tode jenem schenken kann
der stirbt.
Und so bleibt uns’re Liebe lebend
ewig mit den Liebenden.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter

Mykene

Posted on | Januar 19, 2010 | No Comments

Was blieb, Mykene, von Deinen stolzen Mauern,
was, Stadt, blieb von Haus und von Palast.
Vergangen in der Gegenwart die stolzen
Vergangenheiten aufgehoben wird
Scherbe um Scherbe von Neugier.

Spatenstich um Spatenstich verletzt
Dein Grab, Du Stolze, um zu heben
zu erheben Dich aus dem Flugsand
- Staub zu Staub – des unwissenden Todes.

Was blieb von Elektra, von Agamemnon, was?
Was blieb von Orestes, von Kassandra, was?
Was blieb von den Erinnyen, die verfolgten
Deines Königs Sohn?

Vergangen, Machtzentrum, die stolzen Mauern.
Geblieben Artefakte nur von den Palästen.
Vergangen ist die Gegenwart in dem was war.
Aufgehoben wird Scherbe um Scherbe des Gegenwärtigen
in Zukunft.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter

Mumia Abu-Jamal and The Global Abolition of the Death Penalty Petition

Posted on | Januar 15, 2010 | No Comments

Mumia Abu-Jamal and The Global Abolition of the Death Penalty Petition

Unter dem oberen Link kann – nein, muss – man eine Petition gegen die Todesstrafe unterzeichnen. Auch gegen die gegen Mumia Abu-Jamal. Der Journalist sitzt seit 25 Jahren in der Todeszelle, sein Prozess war eine rassistische Veranstaltung. Wir müssen für ihn kämpfen.

Ich bitte deshalb alle: Unterzeichnen Sie die Petition!

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter

Autor in Haft

Posted on | Januar 14, 2010 | No Comments

Laut einem Artikel in der Jungen Welt hat die chilenische Polizei das baskische PEN-Mitglied Asel Luzarraga unter Terrorverdacht in Padre Las Casas verhaftet. Ihm wird der Bau von Bomben vorgeworfen.
Vermutet wird vom Umfeld des Schriftstellers und Musikers allerdings, dass ihm sein Kampf für die Rechte der Mapuches zum Verhängnis werden soll. Der baskische PEN hat sich hinter sein Mitglied gestellt, die Persönlichkeit Luzarragas lasse gewalttätiges Vorgehen nicht vor. Der Autor ist vielmehr für sein gewaltfreies Engagement bekannt. Für ein Attentat, an dem Luzarraga beteiligt sein soll, wird ihm von seinem Kollegen Etxarte ein Alibi gegeben: Luzarraga befand sich im Baskenland und nicht in Chile.
Inzwischen hat sich das Untestützungskomittee “Asel aske” (Asel freilassen) gebildet.
Ich hoffe, auch der deutsche PEN und Writers in Prison, wird sich dem Fall annehmen.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter

Die Stadt

Posted on | Januar 13, 2010 | No Comments

Er ist IM gewesen. Wusstest Du das?
Nein, woher weißt Du es denn?
Er hat es mir gesagt.

Wir schweigen. Bis sie den Wagen vor dem Haus parkt, kommt kein Gespräch mehr zu standen. Vater hat gekocht. Wir essen. Smalltalk. Dann trägt Mutter das Geschirr hinaus. Ich helfe ihr nicht. Ich will mit meinem Vater reden.

Du warst IM, sagt Mama.
Ja, weißt Du …
Entschuldige Dich nicht. Viele waren IM.
So waren die Verhältnisse. Ich wollte …
Wer war so?
Die Verhältnisse. Ich hatte einfach nicht den Mut nein zu sagen.
Du hast es nicht aus Überzeugung getan?
Aus Überzeugung?! Nein, natürlich nicht.
Wieso natürlich? Es wäre natürlich gewesen, es aus Überzeugung zu tun.
Ach was, Überzeugung. Es waren die Verhältnisse.
Die Verhältnisse. Die Verhältnisse. Die große graue Masse der Verhältnisse. Es gibt überhaupt keine Verhältnisse. Nicht ein Gramm Verhältnisse gibt es. Es gibt nur Überzeugung oder Feigheit. Du hast es also aus Feigheit getan?
Du hast ja keine Ahnung von …
… den Verhältnissen?
… ja – den Verhaltnissen! Wie die waren. Ich wollte meinen Beruf nicht gefähren.
Die Karriere.

Meinethalben: Die Karriere. Ich hatte Aussichten.
Einsichten wären besser gewesen.
Ich konnte doch nicht ablehnen.
Ich rede nicht vom ablehnen, ich rede von den Gründen IM zu werden. Es zu tun. Nicht davon, es zu lassen, es abzulehnen.
Es war falsch.
Wer konnte das wissen.
Man konnte es wissen, man konnte es sehen. Es ist immer falsch, zu denunzieren.
Mag sein. Aber man musste nicht denunzieren. Sie haben doch auch Berichte akzeptiert, die niemanden denunzierten. Meinungsbilder.
Es war trotzdem falsch.
Aber Du hast es getan. Du hast Bericht erstattet.
Aber niemanden denunziert.
Man kann mit Dir nicht reden. Du drehst Dich im Kreis.
Jedenfalls tut es mir leid.
Weshalb? Weil es nicht genützt hat?
Weil es falsch war.
Oder weil es falsch ist, jetzt falsch ist. Weshalb kannst Du Dich nicht hinstellen und sagen: Ja, ich war IM, ich war das aus Überzeugung. Für die Partei, für den Sozialismus, für den Frieden, für den Eierkuchen. Für irgendwas. Aber es zugeben ohne Ausreden, ohne die Verhältnisse. Dann wüsste man: Da ist einer, der ist ehrlich. Auf den kann man sich verlassen, egal wie die Verhältnisse sind.
Weil ich es nicht getan habe für Frieden und Sozialismus. Sondern weil ich Angst hatte, ich würde nicht mehr befördert werden, ich würde meinen Job verlieren oder Du würdest nicht auf die EOS kommen.
Also für den Eierkuchen? Dann sag doch: Für den Eierkuchen.

Vater schweigt. Wir schweigen mehr oder weniger den ganzen Nachmittag. Zwischendurch gehe ich hinaus. Drehe eine Runde durch das Dorf. Trinke ein Bier in Lutzens Schenke. Keiner ist da außer mir. Gibt es außer mir überhaupt jemanden. Oder bilde ich mir die alle ein. Warst Du IM, frage ich Lutz. Der lacht und sagt nein. Ich glaube ihm.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter

Schelfeis

Posted on | Januar 8, 2010 | 2 Comments

Wie Schelfeis bist Du.
Fest verbunden mit mir.
Schwimmend auf kaltem Meer.
Meine Gletscherseele hält Dich beim Land.
Aus Dir brechen Eisberge.
Kleine Tode.
Rau der Sturm unserer Liebe.
Hoch schlagen die kalten Wellen
des Polarmeeres.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter

Frieden 1999

Posted on | Januar 6, 2010 | No Comments

Verbrannte Steine
geschmolzener Asphalt
Strassenbahnskelette
tote Kräne
Leichenberge
Fabrikgerippe
Ein schweres
Nichts überm Land
Zukunft tanzt im Kreis
Final die Freiheit
zerbombt von
Freiheitsdemagogie
Von Westen her
dröhnen die Friedensbomber

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
keep looking »