Leander Sukov

Schreiben.

Schleift die Festung Europa!

Posted on | November 10, 2013 | 3 Comments

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

[Unterzeichnen auf Change.org. Klick. Klick.]

Der u.a. von André Heller, Robert Stadlober, Robert Menasse, Max Prosa, Carmen Maja Antoni, Christa Schuenke und natürlich auch von mir unterzeichnete Aufruf für eine neue, humane Flüchtlingspolitik hat in den letzten drei Wochen fast 25.000 Unterstützer finden können. Unter der Webadresse http://www.change.org/de/Petitionen/schleift-die-festung-europa haben viele Menschen aus Deutschland ihre Übereinstimmung mit den Zielen der Erstunterzeichner bekundet. Der Aufruf läuft so lange weiter, bis sich die Europäische Gemeinschaft bereit findet, Regularien zu schaffen, die eine legale Flucht nach Europa möglich macht und das abstruse und sinnlose Dublin-II-Protokoll für obsolet erklärt wird.

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Der Berliner Schlawiner mahnt ab

Posted on | November 21, 2014 | 5 Comments

Ken Jebsen, der den Juden schon mal vorwirft, sie hätten nicht aus der Shoa gelernt und der uns vorrechnet, dass ein großer Teil der US-Medien-Welt in der Hand von Juden ist, dieser strukturelle Antisemit will nicht hören, dass Leute ihn für einen strukturellen – und manche offenbar auch für einen ideologischen – Antisemiten halten. Deshalb haben seine Anwälte der Antilopen Gang eine Abmahnung wegen dieses Liedes geschickt.    
Das verlangt nach einer angemessenen Antwort. Und die kann nur lauten: Solidarität mit der Antilopen Gang. Stärken wir den Jungs den Rücken. Teilen wir das Video, sichern wir ihnen unsere finanzielle Hilfe in einem möglichen Prozess zu.    
Und ziehen wir unsere Unterschriften unter alle Demoaufrufe und Veranstaltungsankündigungen zurück, auf denen Ken Jebsen spricht oder die mit seinem Namen werben.    
Ich sage deutlich: eine Unterstützung für den Friedenswinter der Berliner Orgagruppe ist für mich unmöglich. Die Unterstützung des Hauptaufrufes, der auch von pax christi und dem Hamburger Forum unterzeichnet worden ist, sehe ich als politischen Versuch an. Die Unterzeichnung erfolgt, obwohl ich nicht davon überzeugt bin, dass nicht auch hier, also in der bundesweiten Koordination, ein Felderweiterung nach rechts stattfindet, die nicht wünschenswert ist.
Was das Video und den Herrn Jebsen angeht: Teilt es auf Facebook, Twitter, in Euren Blogs, liked die Antilopen Gang auf Facebook, macht den Daumen hoch auf youtube. Und haltet Penunse bereit, falls es zum Prozess kommt.

Ohne Verhandlungen wird sich die Situation immer weiter zuspitzen

Posted on | November 17, 2014 | No Comments

Das Problem ist, dass der Westen immer wieder internationales Recht gebrochen hat. Es ist eine schwierige Aufgabe als Rechtsbrecher anderen Rechtsbruch vorzuwerfen. Es ist kaum vermittelbar, dass die Camorra als Polizei auftritt und die Cosa Nostra eine kriminelle Organisation schilt. Das genau geschieht aber gerade. Deshalb muss man international verhandeln. Auch, um einen Strich unter Krim und Kosovo und andere Abspaltungen zu ziehen und eine Lösung für die Probleme u.a. in Spanien zu finden (Baskenland und Katalonien). Dort könnten, auf der Grundlage des Gutachtens des IGH über das Kosovo und seine Loslösung von Serbien, ohne Zustimmung der Zentralregierung in Madrid Abstimmungen über die Abspaltung durchgeführt werden.
Man hat mit dem Gutachten des IGHs, das natürlich ein politisch gewolltes Gutachten war, eine neue Rechtsauffassung etabliert, mit der man im Grundsatz nicht arbeiten kann, weil sie zu immer neuen Konflikten führt, die nur mehr durch Gewalt und nicht mehr durch internationales Recht beherrschbar sind. Das muss revidiert werden. Die Revision wird nicht gehen, ohne dass Russland das Kosovo anerkennt und EU und weitere Natostaaten die Abspaltung der Krim. Wenn weiter zugewartet wird, wird es unumgänglich werden, auch die Eigenständigkeit der Ostukraine anzuerkennen oder einen Krieg zu riskieren. Selbst wenn Krieg nicht letzte Konsequenz wäre: Eine Welt, in der dann eine Anzahl von Staaten jeweils von bestimmten Ländern anerkannt wären und von anderen nicht, ist keine wünschenswerte Welt.

Die Totale des Krieges

Posted on | November 12, 2014 | 2 Comments

War_in_Syria

Die Totale des Krieges
fängt keiner mit dem Wort.
Keiner fängt mit Zeilen
den versiegenden Schrei des Kindes.
Mit Strophen fängt keiner
das Erzittern der Welt nach dem Bombenabwurf.
Aber versuchen kann einer das.
Versuchen und wieder versuchen.
Und jedes Mal, wenn einer schreibt
es sei Krieg, wieder Krieg,
und er begehre, auch er begehre,
nicht Schuld daran zu sein,
jedes Mal dann,
hebt sich der Nebel ein wenig vor der Totalen,
versiegt der Schrei des Kindes später,
erzittert die Welt in weiterem Kreis.
Deshalb soll einer das versuchen,
was doch nicht glücken kann.

Ukraine

Posted on | November 5, 2014 | No Comments

Ukraine_(claims_hatched)_in_Europe.svgDie Tagesschau von heute berichtet, dass die Drohnen der OSZE gestört werden.
Wer die Drohnen der OSZE, die den Waffenstillstand überwachen sollen, stört, ist letztlich unerheblich. Vermutlich sind es beide Seiten.
Von mehr Interesse ist es zu beobachten, was im Anschluß an die sogenannten Wahlen in der Ostukraine geschieht. Dass es diese Wahlen geben würde, war schon zu Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen klar. Sie sind also keine Überraschung. Gleichwohl dienen sie der NATO und der ukrainischen Seite dazu den Friedensprozeß aufzukündigen. Die Ankündigungen Poroschenkos, die sicher mit der NATO abgestimmt sind, bedienen sich der Wahlen in der Ostukraine um durchzusetzen, was er und seine Verbündeten offenbar schon vor dem Waffenstillstand wollten: Die militärische Aktion.
Es ist außenpolitisch falsch, ihn gewähren zu lassen. Aber es scheint politisch nicht umkehrbar zu sein. Die europäische Außenpolitik unterliegt unterschiedlichen Interessen. Durchgesetzt haben sich jene, denen es einzig und allein um die Konfrontation mit Russland geht. Und zwar in der Tat mit Russland, nicht etwa mit Putin. Das trifft sowohl für die Staaten zu, die zu den Achsenmächten der Willigen gehören (Spanien, Großbritannien, Polen), als auch für einige andere. Langfristige wirtschaftliche Interessen, die nicht nur im Bereich der Energiewirtschaft liegen, sondern auch in Rohstoffen und neuen Märkten, sind dabei ausschlaggebend.
Dabei bräuchte Europa eine ausgleichende Außenpolitik, die Konfrontationen zu verhindern sucht. Das liefe zwar den Hegemonialinteressen der USA entgegen, wäre aber trotzdem die richtige Politik für einen Kontinent, der stets und in zunehmendem Maße von großen militärischen Konflikten gefährdet werden kann.
Das ukrainische Problem ist dabei, dass alle innerukrainischen Konfliktparteien mafiöse Strukturen aufweisen und es sich um Figuren handelt, denen nicht zu trauen ist. Manche haben wirtschaftliche Ziele, andere agieren als Schachfiguren. Wie in kaum einem anderen Konflikt aber treffen hier Oligarchen aufeinander, die sich aufgrund ihre Kapitalinteressen entweder nach Russland oder in die EU orientieren. Wobei die letzteren erheblich stärker und mächtiger sind. Die Friedenskräfte in der Ukraine sind vollständig marginalisiert. Das ist auch, aber nicht nur, das Ergebnis der Politik der EU und der NATO, ebenso wie das der russischen Außenpolitik. Die in der Tat aggressive Außenpolitik Russlands aber hat der Westen auf dem Kerbholz. Absichtlich haben NATO und EU ihre Grenzen an die russische Grenze heran geschoben, wohl wissend, dass diese kompromißlose Territorialpolitik zu Konflikten führen musste. Die jahrelange Unterstützung des, nicht nur bei Russen, sondern auch in den Ministerien der EU, als Psychopath verschrieenen georgischen Regierungschefs Sakaschwilli, die absichtlich einseitig entwickelte Politik im Nahen und Mittleren Osten, waren nicht nur nicht dazu geeignet ein gedeihliches Verhältnis zwischen EU (und NATO) und Russland zu generieren. — nein, diese Politik sollte zur Konfrontation führen. Russland blieben dabei nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Konfrontation anzunehmen oder ihre nationalen aussenpolitislchen Interessen unter die von EU und NATO zu stellen.
Was wir erleben ist der ständige Versuch mit immer neuen Emser Depeschen einen Krieg vom Zaun zu brechen. Man muss zu einer neuen Politik in der EU kommen, um zu einer neuen Politik in Russland kommen zu können. Oder man riskiert einen neuen, vermutlich großen, europäischen Krieg.

Deutsche Melange

Posted on | November 1, 2014 | No Comments

640px-Langes_Tannen_Biedermeierzimmer_06

Diese Melange aus Dorfpfarrer und preußischem Staatskanzler,
aus Landesvater und Dorfschullehrer,
diese Melange hat dieses Land nicht verdient.
Die großen Worthülsen, die leeren Gesten,
das pathetische Weltmachtsgehabe,
die Waffensegnung und die nonchalante Weltbeglückung.
Dieses Präsidententum,
das sich nährt aus dem Knochenmark des Alten Fritz,
das auffliegt, wie der schwarze Adler Preußens.
Da bricht die Vergangenheit auf und tut so,
als sei sie humanistische Zukunftsvision.
Doch nichts ist das,
als das Alte, das schon Überwundene,
das noch einmal Atem saugt.

Die Fischer am Kai

Posted on | Oktober 30, 2014 | No Comments

dorsch

Ich habe dann doch nicht gefragt.
Die Fischer am Kai.
Alle um die Fünfzig.
Oder älter.
Keiner jung.
Ich saß im Spätherbstsonnenschein.
Kaffee. Ein Brötchen.
Mein Frühstück teilte ich mit einer jungen Möwe.
Die Fischer am Kai alle um die Fünfzig.
Oder älter.
Geh zu ihnen, dachte ich.
Geh nachher mal rüber und frag was mit den jungen ist.
Ich habe dann doch nicht gefragt.

LEIDEN & SCHMERZ IN DER POPMUSIK

Posted on | Oktober 29, 2014 | No Comments

Kauft Euch die neue Melodie und Rhythmus. Thema: Leiden und Schmerz in der Pop-Musik. U.a. mit einem Interview mit Ann Clark und einem Artikel von mir.
http://www.melodieundrhythmus.com/mr-6-2014-durchblaettern/

Abend

Posted on | Oktober 29, 2014 | No Comments

Caspar_David_Friedrich_-_Schiffe_im_Hafen_am_Abend

Die Dunkelheit kriecht in das Licht, am Zaun die Buche
verwirkt sich schwarz im Abendhimmel und
die Backsteinmauer wird entrötet, entgrünt der Rasen,
die Dinge vor dem Fenster vergeben sich ins schwarze Nichts.

Und mit dem Schwarz, das wie ein Schweigen ist der Farben,
mit diesem Schwarz der Nacht schwebt Stille sacht heran,
verebben die weittragenden Geräusche des Tages langsam, deckt
Schwärze ihre Flügel über die Töne und mindert sie.

Altmann und die körperliche Reaktion

Posted on | Oktober 29, 2014 | No Comments

Gray1154Altmann erwartete eine körperliche Reaktion. Aber die kam nicht. Eine Tatsache, die ihn überraschte, verwunderte, ja, sogar, in allerdings gelindem Maße, für einen Moment verwirrte, so dass er die vorbeieilende Kellnerin nicht rief, kein ‚Kann ich bitte zahlen?‘ erschallen ließ, sondern losgelöst von der Umgebung und doch in ihr verharrend, sich ganz darauf fokussierte die ausbleibende Reaktion zu bedauern, das nicht erfolgte Anschwellen schmerzlich zu vermissen und dieses Gefühl zu verstärken, um sich, für einige Sekunden allerdings lediglich, in Selbstmitleid sowohl, wie auch in der wohligen Gewissheit zu suhlen, jetzt zu den Männern zu gehören, die fortgeschrittenen Alters meistens, mehr brauchten als Bild und Vorstellung, die auch Mechanik bedurften, des Griffes in die Hosentasche und ihrer Finger also, um die Reaktion hervorzurufen, die nun ausgeblieben war.

Die Frau, ein Mädchen fast noch, derentwegen er die Reaktion erwartet hatte, eigentlich des volllippigen Mundes halber, der blonden Haare wegen und der kontrastierenden Augenbrauen, saß einige Tische entfernt auf der anderen Seite des Ganges, der den Raum in eine, den Fenstern nahe Seite, wo Altmann Platz genommen hatte, und eine zum Tresen und zur Backstube hin gelegene teilte. Altmann hatte sich schon immer zu Attributen dieser Art hingezogen gefühlt. Zu Lippen, die voll waren, aber nicht zu sehr, nicht in einer Weise, die sie schlauchig wirkten ließ, nein, zu energischen Lippen mit einem Hang ins Weichliche, zu blonden Haaren und dunklen Brauen, zu dunklen Haaren und hellen Brauen auch, zum Kontrast also, zum unterlaufenen Gleichklang der Behaarung, zu einem Körper, der noch schlank genannt werden konnte, zu drallen Oberschenkeln, denen man ihre Kraft ansah und Augen, die voll Spott blicken konnten. Und immer hatte der Anblick von Frauen, die diese Eigenschaften zeitigten oder denen er sie leicht zuschreiben konnte, zu einer körperlichen Reaktion geführt. Sein Glied hatte sich versteift dann, und der Versteifung folgte, in die aufsteigende Geilheit hinein, sein Schöpfungsakt, folgten Geschichten und Imaginationen. Jetzt aber blieb all das aus. Altmann bedauerte sich auf das Bedauern, welches er auch für sich spürbar willentlich ausübte, oben drauf, so wie man das Spiegelei aufs Hacksteak legt. Als Dreingabe und weil es gut schmeckte.
„Kann ich bitte zahlen“, rief er nun der Kellnerin zu und die eilte herbei, brachte die Rechnung, fragte, ob es geschmeckt hätte und Altmann antwortet beiläufig, aber wahrheitsgemäß: Ganz ausgezeichnet. Dann zahlte er und ging zurück in das Hotel am Hafen. Stand am Fenster, blickte auf die Spaziergänge, suchte nach Frauen, die in jenes Schema passten, welches die Schwellkörper schwellen lassen konnte, fand keine, legte sich aufs Bett, knöpfte die Hose auf und onanierte.

Oschi

Posted on | Oktober 29, 2014 | No Comments

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Runter zum Hafen fuhr er manchmal.
Ein Bier an den Landungsbrücken, Korn dazu.
Und die Mütze schräg auf dem Kopf.
Im Großmarkt hat er gearbeitet, bevor er in Rente ging.
Die Hallen sind jetzt voll mit Kunst und Krempel.
Wenn Du nachmittags ins Parteibüro kamst,
dann war er da. Den Kaffee hatte er fertig.
Und auf dem großen Tisch lagen die Zeitungen des Tages.
Lies mal, wenn Du willst, sagte er.
Und abends war er auch noch da. Sass auf den Veranstaltungen.
Viel geredet hat er nie. Das war nicht seine Sache.
Aber dafür gesorgt, dass alles rundläuft,
dass es funktioniert – das hat er.
Nachts hat er an der kleinen Druckmaschine gestanden.
Und morgens um fünf waren die Flugblätter fertig zum Verteilen.
Irgendwann ist er weggegangen.
Wollte in die Sonne. Die Knochen, das Rheuma.
Aber das hat nicht geklappt. Wegen der fremden Sprache und der Einsamkeit.
Kam dann wieder zurück.
Natürlich arbeitete jetzt jemand anderes im Parteibüro.
Da hat er sich eine andere Arbeit gesucht. Arbeit gibt es ja genug.
In der Thälmann-Gedenkstätte. War immer da.
Brauchte er, musste was zu tun haben.
Wir sind immer gemeinsam essen gegangen, wenn ich in Hamburg war.
Mit Simone und Peggy und Per und Oschi hatte immer seine Freundin dabei.
Geredet hat er nicht viel.
Manchmal denk ich: Jetzt müsste er da sitzen. Und man kann zu ihm reden.
Und er hört zu. Viel sagen würde er nicht.
Aber was er sagt, das hätte Hand und Fuß.
Aber er sitzt nicht mehr da.

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