Sonett 66–William Shakespeare

by | Apr 23, 2013 | Wort & Freiheit | 0 comments

Zum Todestag des großen Dramatikers – sein Sonett 66

Fertig von all dem, schrei ich nach Ruh im Tod,
ich seh ja den Verdienst zum Bettler schon gebor’n
Und leeres Nichts treibt’s ausgelassen trotz der Not
Und gegen Treue, wird Meineid nur geschworn

Und alle Ehre stellt man an falschen Ort,
Und Unberührtheit wird zur Dirne hier gemacht,
Und Perfektion besudelt von Idiotenwort,
Und Stärke weicht der kranken Macht.

Und Kunst wird stumm gemacht vom Staat
Und Narren kontrolliern das Wissen,
Und Wahrheit nennen sie der Einfalt Saat.
Und Gutes soll gefangen Bösem dienen müssen –

Und fertig von all dem, mein Lieb, möcht ich entfliehn der Pein.
Doch wär ich tot, so ließ ich Dich allein.

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