Es war richtig, deutlich zu sagen, dass der Redebeitrag auf der Demonstration falsch war, anmaßend, relativierend.
Aber es ist NICHT RICHTIG nun diese Frau durch das Netz zu jagen, sie in jeder Gruppe mit immer neuen Sarkasmen zu veralbern, beleidigen, herunter zu machen. Und gänzlich falsch sind nun die Beiträge, die sich darauf beziehen, dass sie eine Frau ist und darauf Häme und Boshaftigkeit aufbauen.
Wer gegen „Rechts“ ist, und damit ist ja immer auch die Relativierung der Nazi-Verbrechen, die falsche Aneignung von Verfolgungsvergleichen, Rassismus, Antisemitismus usw. gemeint, wer also gegen „Rechts“ ist, darf sich aber auch nicht der Mittel bedienen, derer sich die Rechten bedienen. Das geht nicht, es macht unglaubwürdig und schadet dem Antifaschismus, während es, allein schon wegen des Schleifens der Anstandsgrenzen, den Rechtsradikalen nützt. Es planiert das Feld.
Hört also auf damit, Euch mit Gemeinheiten mit denen gemein zu machen, mit denen wir alle uns gerade nicht gemein machen wollen. Geht inhaltlich, intellektuell, verständlich und letztlich ohne die Tür zu verschließen, die aber doch ins Schloss gefallen sein sollte, mit der Attitüde um, die Widerstandskämpfer:innen für den Kampf gegen den Rechtsstaat zu vereinnahmen.
Es erfolgt ja keine inhaltliche Auseinandersetzung mit jene mehr, die, wie Jana, vergleichen, wo nichts zu vergleichen ist, die relativieren, die „Judensterne“ benutzen und damit die Mahnung, den Holocaust nicht wieder zuzulassen abnutzen. Falls jetzt geschieht ist eine Jagd, die uns, den vermeintlichen oder wirklichen Jägern schaden wird. Wir haben den Anspruch eine gerechtere, bessere, menschlichere, humanistische Zukunftsvision in die Realität bringen zu wollen. Das verlangt von uns Anstand und vernünftiges Agieren. Zeigen wir beides.

Leander Sukov