Drohnen überm Mittelmeer

by | Mai 31, 2013 | Wort & Freiheit | 0 comments

Europa geschengt

Wer so kommt, wie jene kommen, die man nun fernhalten will von den Fleischtöpfen, in denen ihr eigenes Fleisch schmort – wer so kommt, der kommt nicht, weil er mal eine Reise machen will. Der kommt aus Not. Weil Rassisten ihn verfolgen, weil die Armut wie Eis ihn umgibt. Eine Armut, die oft unseren Reichtum begründet, die hier die Kassen füllt und dort die Bäuche leer lässt, die Infrastruktur, was mehr ist als Straßen, zerschlägt oder gar nicht entstehen läßt. Eine Armut, die bedeutet den gesellschaftlichen Reichtum zu exportieren, die bedeutet, dass Kinder arbeiten bis zum frühen Tode, die bedeutet, dass Menschen an Krankheiten sterben, die längst als besiegt galten, die an diesen lächerlichen Krankheiten sterben, weil es keine medizinische Hilfe gibt.
Die kommen, kommen aus Staaten, die nicht mehr wirklich bestehen, aus Libyen zum Beispiel. Aus Staaten, in denen die schützende Hand der westlichen Welt Scheindemokratien beschützt. Aus Nigeria, aus Uganda.
Die also sollen nun an den Grenzen des trügerischen, aber für sie aus gutem Grund verlockendem, Paradies gestoppt werden. Mit Drohnen, in denen die Seltenen Erden die Basis die Computertechnik möglich machen, die jene, die von diesen entmenschten Maschinen gejagt werden, aus dem Boden geholt haben. Die Knarre der Security im Rücken.
Das also ist das christliche Fundament? Das wird ordentlich durchgezogen. Damit uns keiner von denen auch nur scheel ansieht … Das ist die Tradition aus Sklavenhaltertum, aus abgehackten Kinderhänden und verdurstenden Menschen in namibischen Wüsten, aus der Niederschlagung des Boxeraufstandes, aus Algerienkrieg und Abessinienfeldzug. Das ist die europäische Leidkultur.

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