in kühle
dichten
nicht pathetisch werden
ruhig bleiben
den eigenen schmerz
mit sachlichkeit besingen
die kindheit und
ihre verwerfungen
das leid wenn
weißer zucker zum
latte gereicht wird
immer in der mitte bleiben
sich zwischen die stühle setzen
falls da ein sessel steht
den baum
ruhig auch mal den bsum
erwähnen umfangen preisen
aber mit sachlichkeit und kühle
dann und wann ein
politisches gedicht
über die laternen und den stromverbrauch
zum beispiel
mutig auch sein
den vers als schwert
gegen die die einem
deutschen dichter im einundzwanzigsten
jahrhundert mit doesem celan kommen
die kühle verteidigen
das innere ist das äußere
das politische bleibt privat
es sterben die anderen
schweigen ist die höchste verdichtung
der dichter nichts nutzt
der literatur mehr als
ruhige selbstvergewisserung

Leander Sukov