Assange darf nicht ausgeliefert werden

Das deutsche PEN-Zentrum fordert die britische Regierung auf, die Auslieferung von Julian Assange in die USA zu verhindern. Zugleich bittet der deutsche PEN die europäischen Institutionen, das Ihre zu tun, um eine Auslieferung Assanges in die USA wirksam zu unterbinden.

„Die Freiheit des Wortes, die Pressefreiheit und die Freiheit der Person müssen in der EU garantiert sein. Sonst verrät die EU ihre Grundlagen in zerstörerischer Weise“, so der Vizepräsident und Writers-in-Exile-Beauftragte des deutschen PEN, Leander Sukov. „Die EU muss handeln und Großbritannien muss sich als Staat mit europäischen Werten beweisen.“

Nach den heute vorliegenden Informationen haben die US-amerikanischen Justizbehörden die Anklage gegen Julian Assange nochmals verschärft und um 17 Punkte erweitert. Ihm drohen in den USA bis zu 175 Jahre Haft. Dabei behandeln die USA den Whistleblower nicht mehr als Jo

Myanmar und der Irrtum

Myanmar ist ein gutes Beispiel für einen Irrtum. Den Irrtum, dass die Opposition zu einer Diktatur aus Demokraten bestehen muss, bei denen die Bezeichnung nicht nur Schimäre ist. Den Generälen, die freilich noch von großem Einfluss sind, folgten Regierungen nach, die sich auf Freiheit und Demokratie berufen haben und es noch tun. Die jetzige Regierung hat die beiden Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo zur 7 Jahren Haft verurteilt, weil sie über den Genozid an den Rohingya berichtet haben. Htin Kyaw war Präsident während der Zeit der ethnischen Säuberungen. Er ist Mitgründer der „Nationalen Liga für Demokratie“ von Aung San Suu Kyi. Die Demokratie, die der direkten Diktatur der Generäle nachfolgte ist im Wesentlichen eine Aussöhnung der Liga und ihrer Gründer mit dem Militär. Sie ist offenbar nicht eine Heilung, eine Hinwendung zu einer Demokratie, die den Namen verdient.

Die bürgerlichen Freiheiten, also jene Rechte, die sich die Citoyens erkämpft haben,

Offener Brief des PEN an den bayrischen Innenminister

Dokumentiert

Offener Brief an Bayerischen Innenminister Herrmann und Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Sommer

Sehr geehrter Innenminister Herrmann,
sehr geehrter Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Sommer,

als Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN-Zentrums bin ich entsetzt über die Abschiebung des vietnamesischen Schriftstellers und Menschenrechtsaktivisten Nguyen Quang Hong Nhan und seiner Frau aus Nürnberg.

Obwohl Nguyen Quang Hong Nhan 1979 wegen „

Impressionen von der Leipziger Buchmesse

Bücher sind mehr als Handelsware, sie tragen die Gedanken, die Diskussionen, die Weltsichten und die Phantasie von Autorinnen und Autoren, von Gruppen, ja, der Bewohner eines Kulturgebietes. Sie zeigen das Morphen der Gesellschaft, sie zeigen den Hass und die Liebe, die Ressentiments und die Solidarität. Sie sind ein dauerhaftes Verzeichnis von Befindlichkeiten und Tendenzen. Sie sind wichtig. Es ist die Aufgabe des Staates sie zu befördern, zu bewahren, sie in Bibliotheken zu bewahren und zugleich zugänglich zu machen.

Zugleich aber sind sie natürlich auch Handelsware. Ihr Weg an die Leserschaft verläuft aus dem Rechner der Autorin oder des Autors über den Verlag und seine Auslieferung und die wichtigen Großhändler in den Buchhandel. Und dieser Weg ist durch die Insolvenz von KNV, einem der drei marktführenden Grossisten gefährdet. Aber Verlage, Auslieferungen, ja selbst die Konkurrenten wissen: Ohne Solidarität geht es nicht in der Kultur, der Kunst, der Literat

Das Uploadfiltergespenst

Die großen Internetkonzerne haben sich alle Mühe gegeben. Und es hat geklappt. Google, Youtube und Konsorten ist es gelungen die hochverehrte Onlinerschaft völlig durch den Kakao zu ziehen. Mit dem Gespenst der Uploadfilter haben sie es geschafft, dass ganz ernsthafte Menschen tatsächlich daran glauben, dass nach Verabschiedung des EU-Urheberrechts die Freiheit des Internets zusammenbrechen könne. Filter überall.

Aber es ist nicht so. Der ganze Hype dient nur einem: Dem Verhindern von Zahlungen an die Verwertungsgesellschaften. Die aber sichern den Künstlerinnen und Künstlern in Deutschland und den meisten europäischen Ländern das Leben und oft auch das Überleben. Sie nehmen die Rechte der Schöpfer*innen wahr. Das gilt für Musik ebenso wie für Fotografie, Literatur, Journalismus oder Bühne. Und ihnen, den Schöpfer*innen, einen angemessenen Anteil zu ermöglichen, ist das Ziel des Gesetzentwurfes.

Die Verwertungsgesellschaften schreiben in einem Rundbrie

Am Abend liest er

Am Abend liest er Hemingway  Pynchon oder Lorca. Er telefoniert viel im Büro. Er liebt seine Kinder. Er hat ein Theaterabonnement. Er liebt die Grillabende…

Tag des inhaftierten Autors

Der 15. November ist der Tag des inhaftierten Autors. Weltweit, in vielen Staaten ganz unterschiedlicher Regierungsform und gesellschaftlicher Formation sind Menschen inhaftiert, die nichts in…