Sonnenuntergang in Aleppo

und wieder wird aleppo sich ins dunkel neigen
das schwere grollen: kein gewitter, was ich hör‘
skelette abgebrannter häuser schweigen
die nacht herbei. so lang, so schwer.

das blut: aufs pflaster hat es sich ergossen
betonstaub: grau färbt er das schwarzes haar
ein leben in den rinnstein fortgeflossen
nur hülle noch, was grad noch alles war.

und bei der leich, umhüllt vom weißen staub
ein kind, es streichelt das gesicht,
und spricht zum toten körper, denn es glaubt,
das was doch ist, im herzen nicht.

und tausendfach dies leid in tausend solcher straßen
hat eure gier den kindern hinterlassen.

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