Nearer my God to Thee

Die Zunahme von fundamentalistischen religiösen Positionen, ganz unabhängig davon an welches Höheres Wesen die Fundamentalisten glauben, ist ein Symptom für Verlorenheit. Die Heilssuche und der burgartige Zusammenschluss der Gläubigen zeigt, dass sie sich fürchten. Fundamentalisten sind Menschen mit einer abgrundtiefen Angst für dem Jetzt und einer Sehnsucht nach – sowohl – einem Gestern der Phantasie, als auch nach einer Errettung durch Allmacht. Sie grenzen sich dabei, wenn auch mit missionarischem Eifer, von anderen ab, schaffen sich also eine Burg. Das trifft für große Teile der konservativen Tea-Party ebenso zu, wie für fundamentalistische Hindus oder Moslems.

Diese gefährliche, menschenverachtende und die Freiheit des Individuums gefährdende Welle schwappt auch nach Europa über. Die Gefahr geht dabei aber nicht von ein paar Salafisten aus, sondern z.B. von den Pastoren der evangelischen Kirche, die nun quasi aus der Evangelischen Kirche austreten wollen, weil sie Homosexualität ablehnen, da diese in ihrem kruden Bibelverständnis gegen Gottes Gebote verstieße.

Die gewalttätige Ablehnung des Rechts der Frauen auf Schwangerschaftsabbruch in den USA findet ihren noch verhaltenen Widerhall auch in Europa, und es ist zu erwarten, dass dieser Widerhall nicht verhalten bleiben wird.

Es ist deshalb wichtig, diesen Tendenzen entgegenzutreten und sich nicht Ersatzschuldige zu suchen. Der Kampf gegen den Islam, bei dem das Kind immer mit dem Bade ausgeschüttet wird, ist eine Ablenkung vom eigentlichen Problem: Dem Einfluß der Neo-Konservativen und ihrem christlichen Überbau, der die Freiheit allemal mehr gefährdet, als ein paar radikale Moslems. Einhalt muss jenen geboten werden, die de facto aus der Mitte der christlich geprägten Gesellschaften zurück ins Mittelalter wollen.

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