Kritiker zu “Warten auf Ahab”

cover_ahab_72_400Ich bin sehr stolz darauf, dass mich die Kritiker, die bislang Warten auf Ahab rezensiert haben auf so schön duftende Rosen gelegt haben:

"Das Faszinierende an Sukovs Werk, das nur nach Tagesdatum gegliedert ist und sich keinem Plot unterwirft, ist die libertierende Umkehrung der famosen Urbanitäts-Metapher in die Darstellung eines freigewählten Gefängnisses sich für trendig und fortschrittlich haltender Kleingeister. Mit jeder Zeile keimt der Verdacht, dass Marie es in der Provinz, der sie entfloh, doch besser gehabt hätte. […] Die schöne, subjektivistische Sprache, die Sukov in der Tradition Peter Handkes benutzt, wäre noch steigerungsfähig, erinnert in ihrem bedenkenlosen Materialismus aber ans detailliert Monologische von Antonio Lobo Antunes oder Nanni Ballestrini ("I Furiosi"): ein temperiertes Meer der Silben, in dem der Wind des Temperaments die Wörter vor sich her treibt. Stilistisch wie gedanklich ist Sukov eine Lektüre für Menschen, die Berlin hassen (Marie: „Wir sind die Wenigen“), weil Berlin so ist, wie die Welt in ihren momentanen Verhältnissen ist. Dass die linke Avantgarde auch nicht besser ist, beschreibt Sukov eindrucksvoll – und ausreichend. Was bleibt, ist also nur das Warten auf Ahab. Und auf Marie."
Marcel Malachowski im FREITAG

Vielleicht gehört Maries Liebesgeschichte zu einer neuartigen Literatur,wie sie sich auch in Chile, Großbritannien, Japan und andernorts finden mag, einer Literatur des sensiblen Unbehagens, die das Motiv von “Learning the Blues” sozial in der Gegenwart am Beginn dieses Jahrhunderts fixiert. Abgerundet wird das Buch durch Zeichnungen von Daniela Schreiter und die genauen Adressen der erwähnten Locations vom “BAIZ” in der Torstraße bis “Zum Dicken Wirt” in der Charlottenburger Danckelmannstraße."
Voker Gransow auf Kulturation

"Leander Sukov schreibt wortgewandt, manchmal detailversessen, und entwickelt eine subtile Spannung, die mich dazu bewogen hat, das Buch, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand zu legen. Es ist eine wunderschöne moderne Geschichte, die sich flüssig lesen lässt. Sie wirkt autentisch und nachvollziehbar und ich konnte mich leicht in die Gedanken- und Gefühlswelt der Marie hineinversetzen. Der Leser leidet und liebt mit Marie und der Autor schafft es, ihn richtig in die Story hineinzuziehen. Ein empfehlenswertes Buch, das Einblicke in ein heutiges junges Berlin offeriert, ein Berlin, das man nicht in Hochglanz-Reiseführern findet. Die Sprache ist eigenwillig, aber faszinierend und fesselnd. Ich wollte, ich könnte so wortgewaltig, blumig und nachvollziehbar schreiben."
Hendrik Blome

"Die Frage, warum er dafür ein weibliches Ich gewählt hat, zählt zu den streitbaren Aspekten des vielschichtigen Romans. (…) Die Leser – und das ist die Aufgabe von Literatur – werden sich mit dieser Frage auseinandersetzen können, denn Raum für Fragen bietet Leander Sukov; nicht zuletzt mit dem Titel seines Romans. Marie wartet auf Ahab, der sie lieben lehrt, anstatt selbst lieben zu lernen, anstatt sich selbst auf die Suche nach Ahab zu machen. Steht diese Analogie sinnbildlich für das Warten einer Generation auf den Umsturz von Verhältnissen, die nur sie selbst umstürzen kann? Kann die romantisch-verklärte Figur Kapitän Ahabs verglichen werden mit einer nostalgischen Rückbesinnung auf ein schöneres Gestern? Ist das ‚Warten auf Ahab‘ dann nicht auch ein Warten auf die Revolution?"
Roman Stelzig in Unsere Zeit

"Klingt nach einem Pornoroman von Frau Hegemann, werden Sie sagen, und das mag irgendwo stimmen. Aber – woran liegt es denn, dass Sukov diese Suche einer jungen Frau nach sich selbst, so viel besser zu erzählen versteht? Ganz einfach: Er ist ein großer Erzähler, kein Copy-and-paste-Artist. ‚Warten auf Ahab‘ ist eine treffende Studie des Hauptstadtmilieus – und für mich die Entdeckung des Frühjahrs."
Thor L. Kunkel in Financial Times Deutschland

"Für mich war es eine gute Lektüre, die mich davon überzeugte, dass es abseits des Mainstreams Schriftsteller gibt, die mit ihrem ganzen Autoren-Ich authentisch hinter ihren Fiktionen stehen. Ein herausfordernder, mutiger, bisweilen politisch anklagender Roman mit sehr viel Insiderwissen über eine linke Berliner Szene, in der das Ideal der freien Liebe ohne Eifersucht zählt. Mehr noch aber der unermüdliche Kampf gegen den weißen Wal, der mir ein Symbol für jegliche Form der gesellschaftlichen Unterdrückung zu sein scheint. Kann man überhaupt einen Roman als politische Liebesgeschichte schreiben? Und ob, Leander Sukov kann das auf eine bestechend ehrliche Weise."
Der Bücherblogger

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