Ein Staat verkommt

Bundesarchiv_Bild_175-04413,_KZ_Auschwitz,_EinfahrtEinem Artikel von Götz Aly in der Berliner Zeitung von gestern entnehme ich, dass man keine offizielle und hochrangige russische Delegation zum 70sten Jahrestag der Befreiung Auschwitz’ durch die Rote Armee eingeladen hat.

Diese Schweinerei darf nicht ohne Folgen bleiben. Und mir ist egal, wann man die Verantwortlichen für diesen Skandal, und es ist ein Skandal, zur Rechenschaft zieht; was freilich natürlich nur eine beamtenrechtliche Bestrafung, eine Ahndung nach Arbeitsrecht vielleicht auch, sein kann. Aber ohne Konsequenzen darf das nicht bleiben.
Vermutlich, ich weiß es nicht, erfolgt die Einladung auswärtiger Staatsgäste zu diesem Festakt, der ja auch noch ein rundes Jubiläum von deutscher Grausamkeit und Meisterschaft und russischer Rettung begeht, durch den Präsidenten jener Republik, die offenbar an ihrem Haupt krankt und deren Wesen sich ganz in ihren Ressentiments verliert.
Russland nicht einzuladen, sondern ihnen mitzuteilen, falls sie kommen wollten, würde man sie zur Not reinlassen und vielleicht auch noch ein paar Stühle finden, ist eine staatliche Schweinerei die dazu führt, dass zwei Länder, Polen, wie auch unser Land, vor der Welt desavouiert wird.
Es wäre sinnvoll, wenn die Bundesregierung, auch im möglichen Konflikt mit dem Präsidenten Polens, sich öffentlich und vor aller Welt dafür entschuldigt, dass der russische Präsident nicht zur Feier der Befreiung Auschwitz‘ eingeladen worden ist und den russischen Präsidenten zur Feier des Internationalen Auschwitzkomitees nach Berlin einladen.
Dieser Akt von kaum zu überbietender Dummheit, nicht zu übertreffender Kaltherzigkeit und der Schnodderigkeit kann nicht so hingenommen werden.

Foto: Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA

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