Dimension und Integration

Man muß sich die Dimensionen vorstellen: Europa hat 740.000.000 Einwohner, die EU 507.000.000. Weltweit sind 60.000.000 Menschen auf der Flucht. Würden alle kommen, machten sie 12 % der EU-Bevölkerung aus. Sie wollen aber gar nicht alle nach Europa. Wenn ein Drittel davon zu uns wollte, was viel zu hoch angesetzt ist, dann wären das 4 % der EU-Bevölkerung. Das ist ein Anteil, der leicht zu verkraften ist.
Man muß allerdings zu einer flexiblen Quote für die einzelnen Mitgliedsstaaten kommen. Dazu braucht man halbwegs verläßliche Fallzahlen insgesamt, eine ordentliche Kostenrechnung, die notwendige Gesamtsumme inklusive Kosten für Kindergärten, Schulen, Sonderunterricht (Sprache), Ausbildung, Wohnraum usw. Und dann muß man sagen, wie hoch die Staatenkontingente sind und zugleich den Flüchtlingen das Zielland offen lassen, aber entsprechend der Kostenrechnung für die jeweiligen Gesamtzahlen als EU den Staaten gegenüber eintreten.
Die Integrationsleistung ist dabei immer eine doppelte. Man kann sich als Ausländer nicht integrieren, wenn man immer der "Andere", der "Ausländer" bleibt. Die Verweigerung der Integration durch die schon hier Lebenden untergräbt das Wollen zur Integration derer, die kommen.
Wir müssen aber auch klar sagen: Wir wollen die Integration in die Wertegemeinschaft. Wir müssen gleichwohl akzeptieren, daß Ausländer ebensogut Extremisten aller Art sein können, wie Verehrer von Rousseau und Voltaire, Aristoteles, Heine und Muhammad Iqbal oder Karl Marx. Wir können doch nicht hier AFD, Pegida und NPD dulden, evangelikale Pfarrer in Bremen ihre fundamentalistische Frauen- und Homosexuellenverachtung predigen lassen, das nicht abstellen, aber erwarten, daß bei den Flüchtlingen, die Positionen, die wir hier haben, nicht auf gleiche oder ähnliche Weise vertreten sind.
Es handelt sich um Menschen, nicht um Engel. Sie sind gesetzestreu, strohdumm, Mitglied der Mensa, ungelernt, Universitätsprofessoren, Schriftsteller, Bücherverbrenner, Gewalttäter, Humanisten. Sie sind all das, was wir auch sind. Warum erwarten wir stets mehr von ihnen?

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