Autobahn

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Unter ermattendem letzten Hell
dunkle Wolken.
Die Scheinwerfer schneiden einen Hohlweg
in die Nacht. Tanzen selig die Heiligen
in Heiligengrabe? Theodor Fontane fragt,
ob noch Platz sei im Auto.
Wir aber habe den Wagen beladen
mit Wörtern.
Mit müden Bewegungen reicht man uns
das Essen auf dem Rastplatz.
Drei Bundeswehrlastwagen suchen
einen frischen Krieg.
Ein Schwertransporter leuchtet das Dunkel
neidgelb aus.
Im nächsten Autohof einen Kaffee.
Die Texte nochmal lesen.
Eine unbekannte Stadt zur Rechten
und auf der Linken versichert Gott
uns seiner Liebe ungefragt
und fragt um Spenden nach.
Aus den Lautsprechern Norah Jones.
Das ruhige Brummen des Motors dazu.
Nachher noch einen Wein irgendwo.
Im Hotelzimmer duschen.
Morgen mittagsfrüh Frühstück
an einer Tankstelle.
Ein Spaziergang durch die Stadt dann
und abends Freunde.

2 Replies to “Autobahn

  1. “We’re all in transit. Us and the rest of the people around us are in transit. Only most of them do not know.” („Jimmy“, ein sehr sympathischer Ägypter, vertieft in unser Gespräch auf dem Bauernmarkt an der Frankfurter Konstablerwache am vergangenen Donnerstag.)

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