Leander Sukov

Wörter

Vitagraphie

Leander Sukov wie vladi ihn siehtDa ich bin, wurde ich geboren. Nachdem ich zu schreiben gelernt hatte, schrieb ich. Ich bin dabei geblieben: Als Schriftsteller, als Lektor (für politische Philosophie), als Lyriker, als Journalist.

Ich rauche, denn der Mensch braucht mindestens ein anständiges Laster, trinke selten, dann aber nicht zu wenig um die Wirkung des Alkohols zu verspüren, bin zur Eifersucht nicht, zur Verlustangst jedoch fähig.

Ich lasse mir die Hoffnung auf ein Morgen ohne Ausbeutung und Krieg nicht nehmen: Ich bleibe Kommunist.

Veröffentlichungen: Dezemberkind (Vier Vögel Verlag, Hasenkrug 2003)

Perlensau – Ausgewählte Gedichte (Kulturmaschinen Verlag, Berlin 2008) Das Buch enthält eine Rede von Esther Bejarano

Ist besser, verdorben auch zu sein – 21 nachgedichtete Shakespeare-Sonette (Kulturmaschinen Verlag, Berlin 2008) Das Buch enthält zum ersten Male in deutscher Sprache einen Essay des Literaturwissenschaftlers Dr. Rictor Norton über Shakespeare und Homosexualität)

Homo Clausus – Geschichte eines Niederganges. Eine kurze Novelle (Kulturmaschinen Verlag, Berlin 2009) Der Titel und der Inhalt bezieht sich auf einen soziologischen Begriff der von Norbert Elias geschaffen wurde.

Warten auf Ahab – Oder Stadt Liebe Tod – Roman.
Auszüge aus Kritiken zu diesem Buch:

"Das Faszinierende an Sukovs Werk, das nur nach Tagesdatum gegliedert ist und sich keinem Plot unterwirft, ist die libertierende Umkehrung der famosen Urbanitäts-Metapher in die Darstellung eines freigewählten Gefängnisses sich für trendig und fortschrittlich haltender Kleingeister. Mit jeder Zeile keimt der Verdacht, dass Marie es in der Provinz, der sie entfloh, doch besser gehabt hätte. [...] Die schöne, subjektivistische Sprache, die Sukov in der Tradition Peter Handkes benutzt, wäre noch steigerungsfähig, erinnert in ihrem bedenkenlosen Materialismus aber ans detailliert Monologische von Antonio Lobo Antunes oder Nanni Ballestrini ("I Furiosi"): ein temperiertes Meer der Silben, in dem der Wind des Temperaments die Wörter vor sich her treibt. Stilistisch wie gedanklich ist Sukov eine Lektüre für Menschen, die Berlin hassen (Marie: „Wir sind die Wenigen“), weil Berlin so ist, wie die Welt in ihren momentanen Verhältnissen ist. Dass die linke Avantgarde auch nicht besser ist, beschreibt Sukov eindrucksvoll – und ausreichend. Was bleibt, ist also nur das Warten auf Ahab. Und auf Marie."
Marcel Malachowski im FREITAG

Vielleicht gehört Maries Liebesgeschichte zu einer neuartigen Literatur,wie sie sich auch in Chile, Großbritannien, Japan und andernorts finden mag, einer Literatur des sensiblen Unbehagens, die das Motiv von “Learning the Blues” sozial in der Gegenwart am Beginn dieses Jahrhunderts fixiert. Abgerundet wird das Buch durch Zeichnungen von Daniela Schreiter und die genauen Adressen der erwähnten Locations vom “BAIZ” in der Torstraße bis “Zum Dicken Wirt” in der Charlottenburger Danckelmannstraße."
(Voker Gransow auf Kulturation)

"Leander Sukov schreibt wortgewandt, manchmal detailversessen, und entwickelt eine subtile Spannung, die mich dazu bewogen hat, das Buch, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand zu legen. Es ist eine wunderschöne moderne Geschichte, die sich flüssig lesen lässt. Sie wirkt autentisch und nachvollziehbar und ich konnte mich leicht in die Gedanken- und Gefühlswelt der Marie hineinversetzen. Der Leser leidet und liebt mit Marie und der Autor schafft es, ihn richtig in die Story hineinzuziehen. Ein empfehlenswertes Buch, das Einblicke in ein heutiges junges Berlin offeriert, ein Berlin, das man nicht in Hochglanz-Reiseführern findet. Die Sprache ist eigenwillig, aber faszinierend und fesselnd. Ich wollte, ich könnte so wortgewaltig, blumig und nachvollziehbar schreiben."
(Hendrik Blome)

"Die Frage, warum er dafür ein weibliches Ich gewählt hat, zählt zu den streitbaren Aspekten des vielschichtigen Romans. (…) Die Leser – und das ist die Aufgabe von Literatur – werden sich mit dieser Frage auseinandersetzen können, denn Raum für Fragen bietet Leander Sukov; nicht zuletzt mit dem Titel seines Romans. Marie wartet auf Ahab, der sie lieben lehrt, anstatt selbst lieben zu lernen, anstatt sich selbst auf die Suche nach Ahab zu machen. Steht diese Analogie sinnbildlich für das Warten einer Generation auf den Umsturz von Verhältnissen, die nur sie selbst umstürzen kann? Kann die romantisch-verklärte Figur Kapitän Ahabs verglichen werden mit einer nostalgischen Rückbesinnung auf ein schöneres Gestern? Ist das 'Warten auf Ahab' dann nicht auch ein Warten auf die Revolution?"
Roman Stelzig in Unsere Zeit

"Klingt nach einem Pornoroman von Frau Hegemann, werden Sie sagen, und das mag irgendwo stimmen. Aber – woran liegt es denn, dass Sukov diese Suche einer jungen Frau nach sich selbst, so viel besser zu erzählen versteht? Ganz einfach: Er ist ein großer Erzähler, kein Copy-and-paste-Artist. 'Warten auf Ahab' ist eine treffende Studie des Hauptstadtmilieus – und für mich die Entdeckung des Frühjahrs."
Thor L. Kunkel in Financial Times Deutschland

"Für mich war es eine gute Lektüre, die mich davon überzeugte, dass es abseits des Mainstreams Schriftsteller gibt, die mit ihrem ganzen Autoren-Ich authentisch hinter ihren Fiktionen stehen. Ein herausfordernder, mutiger, bisweilen politisch anklagender Roman mit sehr viel Insiderwissen über eine linke Berliner Szene, in der das Ideal der freien Liebe ohne Eifersucht zählt. Mehr noch aber der unermüdliche Kampf gegen den weißen Wal, der mir ein Symbol für jegliche Form der gesellschaftlichen Unterdrückung zu sein scheint. Kann man überhaupt einen Roman als politische Liebesgeschichte schreiben? Und ob, Leander Sukov kann das auf eine bestechend ehrliche Weise."

Der Bücherblogger

Außerdem ebenso verschiedenen, wie nicht zahllose Veröffentlichungen in Die Brücke, Junge Welt, Anthologien, Unsere Zeit und in anderen Print Medien. Darüber hinaus zahlreiche Veröffentlichungen im Netz. Daneben öffentliche Autritte als Rezitator, in der Regel zusammen mit Julietta Barrientos. Einige Auftritte sind bei youtube zu finden. U.a. dieser:

  • Kulturmaschinen Termine

    • Events on 08.05.2013
      • Kuturmaschinen-Autor Hans Bäck liest in Kindberg

        Start: 08.05.2013, 19:00

        Location: BORG Kindberg

        Description: Hans Bäck, dessen wunderbarer Roman "Lautsprecher in den Bäumen" bei den Kulturmaschinen erschienen ist, liest in Wien. Hans Bäck kann nicht nur, das sei der guten Ordnung halber berichtet, wundervoll schreiben, sondern auch ebenso lesen. Ein kurzweiliger Abend wird es werden, des' sind wir uns sicher!

        Der Niedergang des Sozialismus, die Privatisierung eines Stahlwerks in Russland bilden die Folie für eine Liebesleidgeschichte voller Romantik und bar jeden Kitsches.

        Versäumen Sie es nicht!

        https://www.facebook.com/events/600896109920873/

    • Events on 20.05.2013
      • Irene Runge liest in Berlin

        Start: 20.05.2013, 18:30

        Location: Cafe Sybille

        Description: Im ANTIFA Jour fixe der Berliner VVN/BdA liest Irene Runge aus ihrem neusten Buch "Wie ich im jüdischen Manhattan zu meinem Berlin fand".
        Das so vielgestaltige amerikanische Judentum wurde für Irene Runge in Manhattan zum Lebenselixier. 1942 dort als Kind kommunistischer Emigranten geboren, ging sie mit den Eltern 1949 in die DDR. Sie lebte und lebt noch heute in Berlin.
        Irene Runge, Publizistin und promovierte Soziologin schreibt seit Jahren über jüdische Themen, urbanes Leben und Minoritäten (u.a. Himmelhölle Manhattan, Sechs Wochen Jerusalem, Du sollst nicht immer Holland sagen, Fremdenhass DDR, Ich bin kein Russe). Sie gehört zum Herausgeberkreis der Blätter für deutsche und Internationale Politik.
        Das Buch streift ihre Kindersicht der DDR-Frühgeschichte, kulturpolitisch, zeithistorische, DDR-spezifische, linke, und jüdische Zusammenhänge, die auch heute noch erstaunlich unbekannt sind.
        Veranstaltet durch: Berliner VVN/BdA

        18:30 Uhr
        Cafe Sybille
        Karl-Marx Allee 72
        10243 Berlin
        Weitere Infos: http://berlin.vvn-bda.org

        https://www.facebook.com/events/432065296889593/

    • Events on 22.05.2013
      • Heinrich von der Haar liest in Rathenow

        Start: 22.05.2013, 19:30

        Location: 14712 Rathenow, Schleusenplatz 4

        Description: Mi 22.05.
        Rathenow
        19:30 | Stadtbibliothek 14712 Rathenow, Schleusenplatz 4. Mit musikalischer Begleitung durch das Gitarrenensemble, Leitung Frau Laade. Moderation Rita König. Info 03385 512683. Eintritt 4 €.

        Heinrich von der Haar liest aus dem neuen BerlinRoman DER IDEALIST in Rathenow.

        Begleiten Sie den jungen Münsterländer, der Anfang der 70er Jahre fort vom brutalen Vater und der Enge des erzkatholischen Dorfes nach West-Berlin flieht und in die Studentenrevolte gerät. Erleben Sie das Ringen um Ideale und Kompromisse, um Engagement und Aufstieg, um Wegwollen und Versöhnung mit seiner Herkunft. Eine bedrängende und zugleich beflügelnde Welt.

        Der junge Bauernsohn, der Kinderarbeit am eigenen Leib erfahren musste, ist froh, der strengkatholischen, dörflichen Enge zu entkommen. Er erlebt das West-Berlin der 70er Jahre zerrissen zwischen studentischer Kommune und Einsamkeit, freier Liebe und Entsagung, Aufbegehren und Sicheinfügen.
        Und die Schatten der Vergangenheit holen ihn ein – die Gewalt, die ihm angetan wurde, und alte Schuldgefühle. Für seine Heimat empfindet er Hassliebe und hadert damit, als schwarzes Schaf vom Vater verdammt zu sein. Umso mehr engagiert er sich für Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Seine Hoffnungen setzt er auf die nächste Generation, die selbstbewusster und selbstverantwortlicher handeln und leben soll.
        Als der junge Lehrer schließlich vor Berufsschülern steht, glaubt er, dass er endlich etwas verändern kann – was er jedoch erntet, ist eine erstaunliche Wut, und die eskaliert.

        Der Roman handelt von der Kraft des Ideals. Gewalt und Armut machten den Helden zum Idealisten. »Ideale sind wie Brot und Milch. Ohne sie könne er nicht leben«, heißt es im Roman. Einen Idealisten als Romanheld? Die Ideale sind doch ruiniert! Was rettet dann noch den Idealisten?, möchte man einwerfen. Doch der Roman zeigt: Ein Ideal macht den Held nicht blind und taub, sondern hellsichtig und kampfeslustig. Immer wieder muss er sich verändern und die Häutung des Idealisten verschiebt die Sicht auf das Leben.

        Der Autor erzählt mal nüchtern, mal humorvoll, mal traurig, mal witzig, aber immer poetisch eindringlich. Das Verschmelzen der persönlichen Erfahrung mit der jüngsten deutschen Geschichte verhilft dem Erzählten zu eindringlicher Authentizität.

        Natürlich wird Heinrich von der Haar gern mit den Anwesenden über den Roman diskutieren.

        Die Website des Schriftstellers: http://www.heinrichvonderhaar.de

        Leseprobe aus DER IDEALIST

        „Das helle Geschrei der Wildgänse zieht südwärts in der Septembersonne vorüber. Ich trete von einem Bein aufs andere. Die Arme hängen schlaff. Der rechte Daumen auch. Willst du Anhalter wirklich fort, wie die Zugvögel hoch oben? Sieben Uhr. Die Glocken der Heilig-Geist-Kirche lärmen zum Abschied. Die Stunde null. Nach der Flucht aus Steinhop hast du dir mit der Zauberformel Ich-will-Pfarrer-werden die Oberschulpforte geöffnet. Und auf diesen Tag hingelebt. Sind die drei Jahre bischöfliches Kolleg tatsächlich vorbei? Jeden Morgen zum Frühstück Vokabeln gepaukt, mittags Gleichungen gelöst und zur Abendsuppe konjugiert: libero, liberavi, liberatum. Selbst Klassenlehrer Hoppe hat gezittert, ob es zur Reife reicht. Und dir gratuliert. Es hat gereicht! …“

        Heinrich von der Haar wuchs im Münsterland mit zehn Geschwistern auf einem kleinen Bauernhof auf und arbeitete als Kind in der Landwirtschaft und der Fabrik. Nach der Volksschule, Handelsschule und einer Banklehre erreichte er das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg am bischöflichen Kolleg in Münster. Er studierte in Augsburg und Berlin Soziologie, Philosophie, Betriebswirtschaft und Wirtschaftspädagogik. Er schloss sein Studium mit einer Promotion ab. Und lebt seit 1970 in Berlin.

        Sein Münsterland-Roman MEIN HIMMEL BRENNT, der im Jan. 2013 Kulturmaschinen Verlag neu erschienen ist, hat im Romanwettbewerb der Romansuche.de den 1. Preis gewonnen.

        Leseprobe aus MEIN HIMMEL BRENNT

        „... Wie Laurentius über dem Feuer braten, hält man nur als Heiliger aus. Ich will auch Märtyrer werden und versuch, erst bei der zweiten Ohrfeige zu weinen, dann kann man mich nicht zur Tante Maria weggeben und die Löwen fressen mich nicht. Später schleich ich über die schwarzweißen Flurfliesen in die beste Stube, zur Vitrine, und bestaun die Bilder der Heiligenlegende: Einer sticht man die Augen aus. Eine trägt ihre abgeschnittenen Brüste auf einem ovalen Teller vor sich. Blut schießt aus den Wunden wie beim Schweineschlachten. Einer wird zwischen den Beinen zersägt, einer mit dem Schleifstein aufgerieben. Das tut weh, wie wenn mein Finger beim Messerschleifen den Stein berührt. Lässt man sich wehtun und lächelt, kommt man in den Himmel. Nur Böse wehren sich.
        Plötzlich steht Vater hinter mir, ohrfeigt mich, reißt mir das Buch aus der Hand, stellt es in den Schrank und schließt zu ... „


        https://www.facebook.com/events/568702436507533/