Leander Sukov

Schreiben.

Weihnachten und Heimatverlust

Posted on | Dezember 23, 2015 | No Comments

Dem deutschen Nationalisten ist Deutschland das Fluchtziel seiner rückwärtsgewandten Ideale. Da erstehen vor seinem inneren Auge Gloria und Talmiglanz preußischer Großmannsucht im Gewandt schneidiger Ulane und draufgängerischer Freicorps auf. Deutschland ist ihm ein innerer Reichsparteitag und auch alte Fürstenherrlichkeit. Ob Reichbürger oder anhängiger Mitläufer des Heiligen Deutschlands: Sein Deutschland ist sein Deutschland. Das mag er nicht teilen. “Deutsch sein heißt vom deutschen Blute sein”, ruft er und hebt den Humpen.

Deshalb sind ihm Flüchtlinge zuwider, die nicht germanischen Ursprungs sind, oder was er dafür hält. Seinerzeit war ihm sogar der Franzose ganz welsch. Da kennt er nichts, der anständige Deutsche.

Dem unanständigen Deutschen ist die nationale Wurschtigkeit wurscht. Und deshalb ist er es, dem die ersten Tugenden auch die ersten Tugenden bleiben: Humanismus, Solidarität, menschlicher Anstand. Herkunft gehört nicht dazu.

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