Erich Köhler Poetik Veranstaltung
[ 14.08.2010; 11:00 bis 20:00. ] Erich Köhler Poetik Veranstaltung
am 14. August ab 11 Uhr
in 15913 Alt Zauche, Siedlungsstraße 17
Erich Köhler Haus
Erich Köhler gehörte zu den herausragenden Schriftstellern der DDR. Sein umfangreiches Gesamtwerk, wird durch den Kulturmaschinen Verlag nach und nach wieder aufgelegt, resp. erstmalig veröffentlicht.
Programm:
Begrüssung und musikalische Umrahmung
Vorstellung des Erich Köhler Hauses, des Lebens und Werks Erich Köhlers
Vorstellung des Arbeitskreises [...]
Dreissigster Juli Zweitausendzehn
Nachbarschaftsgedicht
Wenn die Vorstädte brennen,wird mir warm ums Herz.Die Punks auf dem Marktplatzerhöhen mein Sicherheitsgefühl.Das einzige Braune, das hier brütetsind die Spatzen.
Meine serbischen Nachbarnkommen gut aus mit den polnischen.Oben links hört jemand Strassenjungs.Der kurdische Bäcker backt das Brot.Die Mischung stimmt.
Wenn die Städte brennen,wird auch wieder gelöscht werden.Es kommt darauf an,wer den Brand legtund wer die Feuerwehr [...]
Neunundzwanzigster Juli Zweitausendzehn
facezentralemyvzspacebooksklavenzeitverliersystemnotwendigkeitenalles ist verxingt.Zum linkedInneln. Aber immerhin:Besser noch als früher, ist‘s allemal:Keine zig Briefe mehr pro Tag,keine zig Faxe mehr pro Tag,keine zig Telefonate mehr pro Tag.Und‘s geht auch unter. Da hat sich nichtsgeändert hat sich nur dasMedium garantierte noch niederlage im gewinnenden Anblickvon Briefmarke und Bild imProfil muss man sich schneidenins Gesicht beimRasieren wir die [...]
Achtundzwanzigster Juli Zweitausendundzehn
Das Literaturkraftfahrzeug
Sie fährt. Ich habe gar keinen Führerschein. Nacht, Berlin. Regen fällt leicht, die Luft ist kühl. Der Asphalt glänzt. Ganz new-yorkish ist der Potsdamer Platz. Ich blicke durch das Fenster im Verdeck. Rot, grau und silbern die Hochhäuser, das Ritz ganz Dreißiger. Dann vorbei an den Botschaften, auf der anderen Seite der Park. Und [...]
Fettige Gläser
Gestern habe ich mit Aleksandra
geschlafen hat sie
in meinem Traum Durst
hatten wir uns
in den Armen
lagen alle ihre
Hoffnung hat sie nie
begraben sagt sie
hätte man sollen
wollen die ganze
falsche Moral.
Ein Glas Wasser Kollontaj,
bring mir ein Glas Wasser.
Lass uns Pelmini essen
in den Volksküchen.
Gestern habe ich mit Aleksandra
geschlafen hat sie
in meinem Traum Durst
haben wir gelöscht
mit dem Glas Wasser
fließt hinab die Moskwa.
Wir [...]
Dreiundzwanzigster Juli Zweitausendzehn
Durch den Regen gelaufen; der fällt sanft, sacht fällt er, als wolle er die Menschen streicheln. Das Licht ist klar. Kein Wind geht. Schwer hängen die Zweige der Sträucher herab.
Venezuela hat die Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen. Kolumbien, das Land der Drogenbarone, diese Scheindemokratie mit ihren Paramilitärs und dem blutigen Kampf gegen Demokraten … einer der [...]
Einundzwanzigster Juli Zweitausendzehn.
Jetzt in Wien sein! Aber ich bin nicht dort. Jetzt durch die Gassen des 1. Bezirks laufen. Am Nachmittag einen Tee mit Phettberg und am Abend in irgendeinen Club. Den Morgen hätt‘ ich begonnen mit einer Melange im Hawelka. Und dann Schnittchen gegenüber. Ich wäre in den Stephansdom gegangen und hätte mich durch die aufgebahrten [...]
Zwanzigster Juli Zweitausendzehn.
Früh aufgestanden heute. Die Müdigkeit hat sich an mir festgebissen, wie eine Wanze, die den Morgen nicht gewahr geworden ist. Das Sonnenlicht ist heiß und wirkt doch kalt. Wie Neonbeleuchtung fällt es auf den Beton. Dunkelgrün der wilde Wein, die Blätter der Bäume auch. Rot und blau die Sonnenschirme.
Die Domaine hatte noch geschlossen, als wir [...]
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Sexzentner Juli Zwei tauschen Zehn.
Gehnse doch ma davon aus, det det nich so is, wie’et scheint. Nee, nee. Is janz anders. Ma uffjepasst: Wennse jlauben, det det mit die Farbe zusammhängt, denn sind Se schonma falsch gewickelt. Hat mitte Farbe nix zu tun, absolut jarnischt. Det is ehr eine Fraje von — sehnse un da wird da nu [...]
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