Leander Sukov

Schreiben.

Schwankungen

Nachts. Club. Harte Bässe. Insomnia . Faithless. Wem glauben? Hundert Tänzer. Schlaflos. Die Bomben. Die Frau auf dem Trottoir. Bajazzo. Das Kind. Funkenmariechen. Die Tänzer. Die Bomben wie Bässe. Übern Main die Bankentürme. Interkontinentalraketen. Fader. Maneater. Hundert Tänzer. Wir machen ein Faß auf. Fassbomben. Die Detonationen. Die Bässe.

Till und Nele sangen

Till und Nele sangen ihr letztes Lied bei Stuttgart trat Ulrike ins Licht oder erschrak sich zu Tode vor den Taten Don Quixotes in Spanien schlägt die Stunde der Ölsardinen und in der Schlacht im fernen Kurdistan fällt Ivana das kalte Herz in der Brusttasche immer ein Buch der Rudi Dutschke ist nur noch Patron […]

Herbst

Rot färbt der Herbst den wilden Wein, Die Vögel sammeln sich zur Wintersreise, Die Stadt liegt ruhig, man spricht jetzt leise, Und kellert schon das Brennholz ein. Die Hügel strahlen bunt im Sonnenlicht, Die Reben werden ihrer Frucht beraubt, Die Wege liegen unterm gelben Laub, Und früh die Stunde, wo die Nacht anbricht. Laternen werfen […]

worüber soll ich schreiben?

Worüber soll ich schreiben, wenn nicht über Bäume? Worüber, wenn nicht über die wärmenden Feuer. Worüber soll ich schreiben, wenn nicht über die Blumen? Wenn nicht über den sanften Schlag des Meeres? Den Strand und wie sanft die Gräser sich wiegen im Wind. Worüber soll ich schreiben, wenn nicht über die Gehenkten? Worüber, wenn nicht […]

Sie!

Sprechen Sie. Nicht. Schweigen. Stille. Füllt den Raum. Nicht. Hören Sie. Stille. Nicht. Schweigen. Sprechen. Füllt den Raum. Nicht. Stille. Nicht. Schweigen. Hören Sie.

Ja, nee

Beuys liest 1968 ein Gedicht, das ich im Jahre 2016 schreiben werde   Ja, nee, nee, ja. Nee, ja, ja, ja! Ja, nee, ja, nee, Ja! Alda! Ja, ja, nee! Nee, nee, nee. Ja, nee, nee nee!   Ich bin auf diesen Diskussionsbeitrag eines Herrn Beuys durch meinen Freund Vladi Krafft​ gestoßen worden, welcher, nicht […]

Als ich mit Melanie schlief

In der Nacht, als ich mit Melanie schlief war ich allein in meinem Zimmer. Von nebenan die Spätnachrichten. Vor dem Fenster die Pappeln. Wiegen sich im Wind. Mein Glied träumte sich in weit entfernte Frau. Melanie hielt mich warm im Arm. Ich roch ihre Haut. Sie sang das Lied von den schönen Menschen wie tausend […]

Unser Hof

Das Feld des Leids ist tausend Tagwerk groß. Doch in den Scheuern Saat nur für einen Morgen Trost. Die Herden des Glücks verenden auf verdorrten Weiden. Wir haben die schreienden Kälber nicht auf die saftigen Wiesen gelassen. Der Gestank der verwesenden Leiber dringt in die Höfe. Unsere Äcker sind gepflügt. Wir düngen mit Knochenmehl und […]

Moondog

Auf dem Mond singt ein Hund Lieder von der fernen Welt Er blickt nicht zu den Sternen von denen er gefallen ist Mit verschlossenen Augen blickt er auf Alles Seine Gesänge sind wie das Rauschen der Blätter und das Gurgeln der Bäche wie der Lärm der Straßen und das Tosen der Wellen wie der Sturm […]

Zukunftsgedicht

  Die Zäune sind auf Dreck gewachsen. Berge im frühen Tränengasnebel. Die Wanderer halten inne unter Schlagstöcken. Aus Deutschland kommt eine Meisterin. Sie kennt sich aus mit Stacheldrähten. In den Wäldern fahnden Trupps nach Elendsgestalten. In den Parlamentsgärten blühen blaue Narzissen. Die Identität ist ein silberner Totenkopf. Durch Tagträume marschieren Schaftstiefelträger. An Bushaltestellen wird der […]

« go backkeep looking »

Login

Bitte Zahl eingeben * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.


Lost your password?