Leander Sukov

Schreiben.

… lesen, wie krass schön du bist konkret

Shakespeare Sonett 18 — ein ganzes Buch voll. Die verdienstvolle Edition SIGNAThUR aus der Schweiz hat ein schönes und umfangreiches Buch mit Übersetzungen des Sonett 18 herausgegeben. Und, ich bin voll des Entzückens, meine Nachdichtung ist auch dabei. Das Buch, ein gebundenes Stück, zu erwerben ist lohnenswert. Es trägt die ISBN 978-3-906273-15-0 und kostet 18,60 […]

Frühling in Hamburg

Die Elbe schlägt mit Wellenfäusten an die Pontons der Landungsbrücken. Der Frühling lacht mit tausend Möven zusammen über Stadt und Hafen. Vom Michel singt mit voller Stimme die Glocke, die als ich Kind vom Hafen her ich schlagen hörte Sonntag morgen. Sie klingt als flöße Zeit in dieser Stadt nur träge durch die Jahre.   […]

Unliebesgedicht

Und bist du hier, so bist du fern. Und gehst du fort, so merkt man’s nicht. Und wenn du sprichst, so hör ich’s nicht. Und wenn du schweigst, ist‘ wie dein Sprechen. Geh, bleib, sprich, schweig. Ich merke keinen Unterschied. Mir bist du tonlos, unsichtbar. Tu was du willst. Was kümmert’s mich?

Kriegslied

Wie sollen wir das viele Leiden nur ertragen, die Bilder der kleinen Kinder mit den abgerissnen Beinen, der Menschen, die in Ruinen um ihre Toten weinen, was sollen wir denen zu unsrer Schuld nur sagen, wenn sie nach unsrem Beitrag zu ihrem Leiden fragen, gekleidet nur ins Totentuch aus grobem Leinen? Wie sollen wir das […]

Antikriegsgedicht

Ich will nicht mehr über den Krieg schreiben, keine Zeile über Ertrunkene, keine Strophe über Bomben, kein Gedicht über zerrissene Leiber, keinen Zyklus über die Schönheit der Waffen, kein Buch über das Grauen. Aber alles zwingt mich. Foto is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license. News Chanel Online

Cuba

Trotz der großen sozialen Leistungen wird es sein wie bei der UdSSR oder der DDR. Die Sünde der Einparteienregierung wird an ihrem sicheren Ende alle großen Errungenschaften kosten. Die Einparteienregierung ist der Krebs der Revolutionen. Das Gute erodiert in der Auflösung einer falsch verstandenen Diktatur des Proletariats. Das ist schrecklich, aber ich befürchte unvermeidlich. Die […]

MainAue

Die Au‘ als wäre sie gemalt, wirkt wie ein Bild des Biedermeiers. Der sanfte Flug des grauen Reihers, sein Schrei der übers Wasser hallt. Sonst Stille überm Wiesengrund. Der Main liegt ruhig, es geht kein Wind und eine Göttin küsst dich lind mit weichen Lippen auf den Mund. Die Elfen tragen kein Libellenkleid, wenn sie […]

Schwankungen

Nachts. Club. Harte Bässe. Insomnia . Faithless. Wem glauben? Hundert Tänzer. Schlaflos. Die Bomben. Die Frau auf dem Trottoir. Bajazzo. Das Kind. Funkenmariechen. Die Tänzer. Die Bomben wie Bässe. Übern Main die Bankentürme. Interkontinentalraketen. Fader. Maneater. Hundert Tänzer. Wir machen ein Faß auf. Fassbomben. Die Detonationen. Die Bässe.

Till und Nele sangen

Till und Nele sangen ihr letztes Lied bei Stuttgart trat Ulrike ins Licht oder erschrak sich zu Tode vor den Taten Don Quixotes in Spanien schlägt die Stunde der Ölsardinen und in der Schlacht im fernen Kurdistan fällt Ivana das kalte Herz in der Brusttasche immer ein Buch der Rudi Dutschke ist nur noch Patron […]

Herbst

Rot färbt der Herbst den wilden Wein, Die Vögel sammeln sich zur Wintersreise, Die Stadt liegt ruhig, man spricht jetzt leise, Und kellert schon das Brennholz ein. Die Hügel strahlen bunt im Sonnenlicht, Die Reben werden ihrer Frucht beraubt, Die Wege liegen unterm gelben Laub, Und früh die Stunde, wo die Nacht anbricht. Laternen werfen […]

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