Ort in Berlin
Steinwellentrümmerkronenbrachland
Fensterhöhlenstummsingmäulerchor
Bierdosenfriedhofsanlage
Räudigekatzensonnenbank
Grauhundeblumenrefugium
Schmeißfliegenflughafen
Kahlbaumaussichtshügel
Straßenflußinselidylle
Papierfetzensportplaz
Menschenleerort
Windweide
Ruine
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Am Fluss
Im dunklen Fluss seh ich die Wolken ziehen.
Sie fliehen aus dem Wasser an das Land.
Der Strand er trägt den Dreck der Stadt.
Matt seh ich meinen Schatten schwimmen.
Die Sonne treibt zerbrochen auf den Wellen,
in hellen goldnen tausendfachen Teilen.
Verweilen kann man nicht an solchem Ort.
Fort muss ich zu den lauten Stimmen.
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Nachts schlafen die Ratten nicht
Nachts schlafen die Ratten nichtWolfgang Borchertlas ichJunge, Mädchenin den StädtenBomber über Euchwacht die Antiterror-Koalition
Nachts schlafen die Ratten nichtin Bagdad oder Beirut,nicht schlafen nachts die Rattenin den Hauptstädten dieserWeltfällt auseinander
Nachts schlafen die Ratten nichtin Moskau, Kind auf den DachbödenKind in den KellernKind der neuen DemokratieDemokratie Ratten
Nachts schlafen die Demokraten nichtRattennennen sie nicht die Rattendie nachts nicht [...]
Dreissigster Juli Zweitausendzehn
Nachbarschaftsgedicht
Wenn die Vorstädte brennen,wird mir warm ums Herz.Die Punks auf dem Marktplatzerhöhen mein Sicherheitsgefühl.Das einzige Braune, das hier brütetsind die Spatzen.
Meine serbischen Nachbarnkommen gut aus mit den polnischen.Oben links hört jemand Strassenjungs.Der kurdische Bäcker backt das Brot.Die Mischung stimmt.
Wenn die Städte brennen,wird auch wieder gelöscht werden.Es kommt darauf an,wer den Brand legtund wer die Feuerwehr [...]
Neunundzwanzigster Juli Zweitausendzehn
facezentralemyvzspacebooksklavenzeitverliersystemnotwendigkeitenalles ist verxingt.Zum linkedInneln. Aber immerhin:Besser noch als früher, ist‘s allemal:Keine zig Briefe mehr pro Tag,keine zig Faxe mehr pro Tag,keine zig Telefonate mehr pro Tag.Und‘s geht auch unter. Da hat sich nichtsgeändert hat sich nur dasMedium garantierte noch niederlage im gewinnenden Anblickvon Briefmarke und Bild imProfil muss man sich schneidenins Gesicht beimRasieren wir die [...]
Fettige Gläser
Gestern habe ich mit Aleksandra
geschlafen hat sie
in meinem Traum Durst
hatten wir uns
in den Armen
lagen alle ihre
Hoffnung hat sie nie
begraben sagt sie
hätte man sollen
wollen die ganze
falsche Moral.
Ein Glas Wasser Kollontaj,
bring mir ein Glas Wasser.
Lass uns Pelmini essen
in den Volksküchen.
Gestern habe ich mit Aleksandra
geschlafen hat sie
in meinem Traum Durst
haben wir gelöscht
mit dem Glas Wasser
fließt hinab die Moskwa.
Wir [...]
Siebzehnter Juni Zweitausendzehn
Willie Nelson sang im Tempodrom, ganz ohne Hektik und alles, was wir, die Leute im Saal erwarteten und all das, was er uns singen wollte. Auch das schönste Liebeslied der Welt.
Die Nacht ist lau, endlich wieder. Die Nachbarn sitzen vor der Tür und unterhalten sich. Der Kater streunt durch das Terrain und über allem liegt [...]
Eigenschaftsübertragungen
Und dann sehe ich sie
und ihre flirrenden Bewegungen
fächern den Schmetterlingen
Luft zu.
Und dann höre ich sie
und ihre leichten Wörter
tragen den Vögeln
Gesang zu.
Und dann spüre ich sie
und ihre heiße Haut
fügt den Feuersalamandern
Flammen zu.
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Perlensau
Und Deine Tränen will ich trinken
wie guten Wein aus dem Medoc
In Deine Schreie will ich sinken
Die ich aus tiefer Seele lock
Wie in die Kissen weicher Betten
Will das Gefühl hinüberretten
bis Du in meinen Armen liegst
Zum Frühstück fress ich Deine Leiden,
und Deine Lust als Abendmahl.
Ich will mich an den Schmerzen weiden,
und an den Schreien ohne Zahl.
Wie Hummer [...]
Sommer
Sonnenstrahlen unterm Herzen
Menschenbrandung vor der Bars
Goldener Schein auf Straßenflüssen
Strandcafes in allen Städten
Auf dem Markt Ballonverkäufer
Artisten vor den roten Ampeln
Und in den Parks die Sonnenfänger
Am hohen Himmel fliegen Schwalben
Und Küsse auf die schweißgenäßte
salzigsonnenheiße Haut.
Liebe in der Mittagshitze
Und durchtanzte laue Nächte.
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