Leander Sukov

Literapoltur

Erich Köhler Poetik Veranstaltung

[ 14.08.2010; 11:00 bis 20:00. ] Erich Köhler Poetik Veranstaltung
am 14. August ab 11 Uhr
in 15913 Alt Zauche, Siedlungsstraße 17
Erich Köhler Haus

Erich Köhler gehörte zu den herausragenden Schriftstellern der DDR. Sein umfangreiches Gesamtwerk, wird durch den Kulturmaschinen Verlag nach und nach wieder aufgelegt, resp. erstmalig veröffentlicht.

Programm:

Begrüssung und musikalische Umrahmung
Vorstellung des Erich Köhler Hauses, des Lebens und Werks Erich Köhlers
Vorstellung des Arbeitskreises [...]

Vierzehnter Juli Zweitausendzehn

Gespräch in der Kantine des Düsseldorfer Landtags: "So geht das nicht!""Was geht nicht so?""Ihre Bestellung. Sie bestellen hier nicht so!""Ich habe nur gesagt: Ich hätte gerne eine Tasse Kaffee""Genau! Und das geht so nicht.""Warum denn nicht?""Weil sie von der Linkspartei sind""Und?""Wegen des Unrechtsstaates""Ich verstehe nicht""Sie müssen das hinzufügen""Was muss ich hinzufügen, bitte schön""Den Unrechtsstaat""Ich [...]

Elfter Juli Zweitausendzehn

Hypatia haben sie ermordet. Der Mob schleifte den nackten Körper der Frau, dieser großen Mathematikern, durch die Straßen Alexandrias. Riefen sie dabei das zehnten Gebot, einem lautstarken, im religiösen Rausch gebrüllten Hooliganruf gleich durch die Straßen dieser ehemalig so freien Stadt der Wissenschaft. "DU SOLLST NICHT TÖTEN! SCHLAGT DIE SAU TOT! DU SOLLST NICHT TÖTEN! [...]

Summertime

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Fünfter Juli Zweitausendzehn

Gedrückt, ganz wie in einem Waschhaus, hier die Luft. Das Grün lässt sich ins Graue hängen. Und ich, gerüstet schon, das kühle Haus noch zu verlassen, hab’ überlegt, dass alles, was ich heute tun kann, auch morgen gut sich angeh’n lässt.
Und gäb’ es ihn, so wüsst’ Gott vielleicht, weshalb jetzt der verfluchte Sommer, die [...]

Neunundzwanzigster Juni Zweitausendzehn

Carusos Stimme schwebt durch die Zeit in den Raum. Der Raum ist ein Park. Klein, gestrüppig. Kein Mensch dort, jetzt. Caruso schwebt in den Park durch die Hecken, kommt her von irgendwo, klingt entfernt und klingt doch durch den Park hindurch zu mir. Caruso aus der anderen Zeit, hinweg über Sträucher und durch die Baumkronen.
Panamahüte [...]

Siebenundzwanzigster Juni Zweitausendzehn

Unter dem Firmament ziehen Rappen. Glänzend das schwarze Fell im Funkeln der Sterne, und jeder Stern ist nur das Geschützfeuer eines fremden Krieges, Kausalität aus Asymetrie, Ergebnis von abkühlenden Verhältnissen. Im Sand die Katze; wälzt sich und fängt imaginäre Mäuse. Im Süden tragen Fußballspieler lange Unterhosen. In Toronto nennen sie Gewalt, was sichtbar ist sofort.
Am [...]

Vierundzwanzigster Juni Zweitausendzehn

Alles ist relativiert worden. Die Mauern bröckelten, es rissen die Wände, der Wind pfiff durch die kaputten Fenster. Es hatten die Maurer nicht gemauert auf dem Fundament. Es hatten die Glaser keinen Kitt auf die Rahmen geworfen, es hatten die Dachdecker nur lose die Schindeln gelegt. In großer Eile baute man einen Schutz gegen den [...]

Dreiundzwanzigster Juni Zweitausendzehn

Die alten Zöpfe abzuschneiden, ist das Geschäft der Friseure nicht. Es ist unser Geschäft. Und wir müssen uns trennen von den alten Zöpfen. So wie wir unsere Wohnungen neu einrichten müssen. Wer will schon im Museum wohnen? Wir schleppen die Vergangenheit so dicht an uns mit, dass wir nicht in der Lage sind, sie zu [...]

Zwanzigster Juni Zweitausendzehn

Unsuk Chin schickt in meinem Arbeitszimmer ein Piano mit der Ordre der Etude No.6 auf die Suche nach den tropfenden Tönen, die wie leichter Regen aus den Lautsprechern fallen. Und ihr wird in zwei Minuten Gloria Coates folgen mit Stimmen aus der Grünen Hölle.Die Klassik geht nie zu ende. Aber was ist die Klassik. Für [...]

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